Thyssenkrupp Quartier

Deutlich unter 7,00 Euro Thyssenkrupp-Aktie fällt auf Rekordtief

Stand: 06.03.2020, 10:48 Uhr

Die Anteilsscheine des angeschlagenen Industriekonzerns Thyssenkrupp taumeln nach unten - trotz eigentlich guter Nachrichten.

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
5,60
Differenz relativ
+4,95%

Die Papiere fielen heute zeitweise um sechs Prozent auf 6,83 Euro und unterboten damit das bisherige Tief aus dem März 2003 um zwei Cent. Damals notierte der Dax bei rund 2.200 Punkten. Seitdem hat sich der deutsche Leitindex mehr als verfünffacht, der MDax mehr als verneunfacht.

Es fehlt die Klarheit

Der unter hohen Verlusten, Schulden und Pensionslasten leidende Konzern hatte in der vergangenen Woche seinen einzig nennenswerten Gewinnbringer, die Aufzugssparte, für gut 17 Milliarden Euro verkauft. Investoren und Branchenexperten haben rasche Klarheit über die künftige Strategie gefordert. Vorstandschefin Martina Merz müsse erklären, womit der Konzern künftig noch Geld verdienen will.

Großauftrag für Rüstungssparte

Das ist bisher nicht passiert und somit hilft auch nicht die Nachricht, dass ein Konsortium um die Werftentochter von Thyssenkrupp in Brasilien den Zuschlag für den Bau von vier Korvetten erhalten hat. Die Verträge wurden zwischen dem zuständigen brasilianischen Staatsunternehmen Emgepron und dem Konsortium Aguas Azuis unterzeichnet. Neben Thyssenkrupp Marine Systems gehören Embraer Defense & Securities und die Embraer-Tochter Atech zum Konsortium.

Allerdings sollen die Schiffe erst zwischen 2025 und 2028 ausgeliefert werden. Zum Auftragswert äußerten sich die Unternehmen nicht. In brasilianischen Zeitungsberichten war von 9,1 Milliarden Real die Rede - umgerechnet 1,8 Milliarden Euro. Davon dürfte ein großer Teil bei Thyssenkrupp landen, denn laut Mitteilung soll der lokale Anteil an dem Projekt bei 30 bis 40 Prozent liegen.

Die brasilianische Marine hatte das Konsortium vor einem Jahr als bevorzugten Bieter ausgewählt. Die Schiffe sollen vor Ort gefertigt werden. Für Thyssenkrupp Marine Systems ist der Auftrag ein wichtiger Erfolg, nachdem das Unternehmen zuletzt etwa beim Auftrag für Bundeswehr-Fregatten des Typs MKS 180 den Kürzeren gezogen hatte.

ME/dpa/rtr