Thyssenkrupp-Aufzugtestturm in Rottweil
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Wegen starkem Wertverlust Thyssenkrupp droht der Dax-Abstieg

Stand: 28.08.2019, 12:02 Uhr

Für die Aktionäre von Thyssenkrupp kommt es knüppeldick. Binnen eines Jahres haben die Titel des Stahlkochers die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Nun droht auch noch der Rauswurf aus dem Dax.

Am Mittwoch, dem 4. September nach Handelsschluss wird die Deutsche Börse mitteilen, ob Thyssenkrupp die erste deutsche Börsenliga, den Dax, in Richtung MDax verlassen muss oder nicht.

Maßgeblich für die Zugehörigkeit zum Kreis der 30 Konzerne im Deutschen Aktienindex sind Börsenumsatz (Handelsvolumen) und Börsenwert (Marktkapitalisierung) der Unternehmen. Bei diesen Werten ist der in einer Krise steckende Traditionskonzern aus Essen, dessen Vorläufer Thyssen zu den Dax-Gründungsmitgliedern gehört, deutlich zurückgefallen.

Börsenwert halbiert

So hat sich die Börsenkapitalisierung von Thyssenkrupp innerhalb eines Jahres auf zuletzt 6,6 Milliarden Euro halbiert. Der Triebwerksbauer MTU, der bei einem Ausscheiden von Thyssenkrupp nachrücken könnte, bringt es auf das Doppelte, 12,7 Milliarden.

Als einer der aussichtsreichsten Nachfolgekandidaten gilt zudem der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen. Er bringt derzeit 10,6 Milliarden Euro auf die Waage, musste jedoch in den letzten Monaten wegen der zunehmenden Proteste gegen steigende Mieten in Berlin einen Kursrückschlag von 25 Prozent hinnehmen.

"Es ist wirklich knapp"

Wirksam würden Änderungen im Dax zum 23. September. Überprüfen wird die Deutsche Börse die Indizes der Dax-Familie an diesem Freitagabend, dem 30. August. "Es ist wirklich knapp und könnte sich womöglich erst zur Schlussauktion am Freitag entscheiden", sagte Petra von Kerssenbrock von der Commerzbank.

Ihr zufolge hat MTU, falls das Unternehmen in den Dax kommt, ein Index-Gewicht von knapp 1,3 Prozent, Deutsche Wohnen hätte eines von knapp 1,2 Prozent. Die im MDax erwartete Thyssenkrupp dürfte dort mit rund zwei Prozent gewichtet werden. Wichtig sind die Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETFs). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

lg/dpa