Thomas Cook Flugzeug

Aktie verliert über 20 Prozent Thomas Cook tiefrot

Stand: 16.05.2019, 10:51 Uhr

Brexit, Preiskampf und steigende Kosten werden den Gewinn des britischen Reisekonzerns Thomas Cook im zweiten Halbjahr erneut schrumpfen lassen. Die Anleger sind entsetzt.

Die Gewinnwarnung ließ die Aktien an der Londoner Börse um bis zu 22 Prozent absacken. Die Papiere waren mit 17,9 Pence so billig wie zuletzt vor sechseinhalb Jahren. Die ebenfalls in London notierten Papiere von Tui gaben ein Prozent nach.

Nach einem höheren operativen Verlust in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 werde das Betriebsergebnis in der zweiten Jahreshälfte unter dem Vorjahr liegen, teilte Thomas Cook mit.

Brexit lastet auf Verbrauchervertrauen

Vor allem der Brexit laste auf dem Verbrauchervertrauen in Großbritannien, sagte Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser. "Wir sind in einem sehr harten Geschäftsumfeld." Zugleich seien die Treibstoffkosten für die Thomas Cook Airlines und auch Hotelpreise gestiegen.

Im ersten Halbjahr stieg der saisonal übliche operative Verlust daher auf 245 Millionen Pfund, nach 170 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Schon im vergangenen Geschäftsjahr war das Betriebsergebnis fast um ein Fünftel auf 250 Millionen Pfund eingebrochen. Grund war der allgemeine Preisdruck bei Pauschalreisen.

Wer kauft die Airlines?

Zur Absicherung der Liquidität für den nächsten Winter vereinbarte Thomas Cook mit Banken eine Finanzierung über 300 Millionen Pfund. Um seine kritische Finanzlage in den Griff zu bekommen und ins Hotelgeschäft investieren zu können, kündigte der Konzern im Februar den Verkauf seiner fünf Airlines an, darunter auch die deutsche Condor.

Es gebe mehrere Gebote für die gesamte Gruppe oder Teile, die jetzt geprüft würden, sagte Fankhauser. Namen wollte er nicht nennen. Die Lufthansa hatte erklärt, unter den Kaufinteressenten zu sein. Auch Tui gilt als Interessent, hatte doch der deutsche Reisekonzern in der jüngeren Vergangenheit immer wieder betont, wie wichtig eine eigene Airline im Konzern ist und dass sie daher Tuifly ausbauen will.

Stockt Fosun auf?

Analysten bezeichneten die Gewinnwarnung von Thomas Cook einen "harten Schlag" für die Aktionäre. Die Probleme des Konzerns führten zu der Frage, ob der chinesische Großaktionär Fosun - er hält bereits 17 Prozent - seine Anteile nach dem Verkauf der Airlines weiter aufstocke und Thomas Cook damit zu Hilfe eile.

lg