Thomas Cook-Flugzeug im Landeanflug
Audio

Eine Aktie geht baden Flaute bei Thomas Cook

Stand: 27.11.2018, 14:06 Uhr

Der heiße Sommer ist schuld: Viele Urlauber haben ihre Reisen ins Ausland verschoben. Sehr zum Leidwesen des Reisekonzerns Thomas Cook, dem die Gewinne wegbrechen. Und sehr zum Leidwesen der Aktionäre.

Wegen der geringen Reiselust der Urlauber muss sich der britische Touristikkonzern mit deutlich weniger Gewinn begnügen. In dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 ist der Vorsteuergewinn um rund ein Fünftel auf 250 Millionen Pfund gesunken. Dabei hatte der Reisekonzern schon zweimal seine Jahresziele zusammengestrichen.

Hart umkämpftes Spanien

Der heiße Sommer war für Thomas Cook doppelt belastend. Weil Urlauber keine Fernreisen buchten, ging die Branche mit Preisnachlässen Last Minute auf Kundenfang.

Vor allem der britische Markt war betroffen. Für das hart umkämpfte Spaniengeschäft wurden höhere Werbeausgaben notwendig. Hinzu kamen 28 Millionen Pfund an Altlasten und Sonderkosten wie die Entschädigung von Kunden bei Flugausfällen oder -verspätungen sowie noch offene Hotelrechnungen. Die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften hätten auch wegen des Ölpreisanstiegs im Sommer ein schwieriges Jahr hinter sich, erklärt Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK.

Beim Umsatz konnte Thomas Cook gleichwohl zulegen, das Geschäft wuchs auf vergleichbarer Basis um sechs Prozent auf 9,6 Milliarden Pfund.

Dividende fällt aus

Die Aktionäre bekommen die schwache Bilanz doppelt zu spüren. Wegen der magerer ausfallenden Gewinne streicht Thomas Cook die Gewinnausschüttung an die Aktionäre. Das ließ die Aktien an der Londoner Börse einbrechen. Sie fielen heute zeitweise um mehr als 30 Prozent, auf den niedrigsten Kurs seit sechs Jahren. Aktuell beträgt der Tagesverlust auf Tradegate rund 24 Prozent, womit die Papiere in diesem Jahr fast 70 Prozent an Wert verloren haben.

In Mitleidenschaft gerieten heute die Papiere des ebenfalls in London börsennotierten Rivalen Tui. Sie fielen um bis zu neun Prozent. Dabei geht der Konzern aus Hannover von einem operativen Gewinnanstieg im Gesamtjahr von zehn Prozent aus. Tui profitiert von seinem Kreuzfahrtgeschäft und einer größeren Zahl eigener Hotels.

bs