Thomas Cook-Flugzeug im Landeanflug

Aktie steigt himmelwärts Thomas Cook im Übernahmefieber

Stand: 23.04.2019, 08:49 Uhr

Die Papiere des britischen Reisekonzerns finden am Dienstag gewaltiges Anlegerinteresse. Das Unternehmen könnte vor einer Komplett-Übernahme stehen, wird am Markt gemunkelt.

Bereits im vorbörslichen Handel hob die Aktie von Thomas Cook um bis zu 20 Prozent ab. Offenbar interessieren sich die Beteiligungsfirmen KKR und EQT für eine Übernahme des gesamten Unternehmens, das berichtete der britische TV-Sender Sky am Samstag unter Berufung auf nicht näher beschriebene Insider. Das Stadium der Gespräche sei unklar.

Auch Fosun könnte zuschlagen

Am Kern-Geschäft mit Reisen wiederum, zu dem etwa neben den Airlines auch der Club Med über ein Gemeinschaftsunternehmen gehört, zeigt sich laut den Berichten der chinesische Investor Fosun interessiert. Dieser ist bereits bei Club Med engagiert.

Bereits im Februar hatte Thomas Cook sein Airline-Geschäft, zu dem auch die ehemalige Lufthansa-Tochter Condor gehört, zum Verkauf angeboten. Die Lufthansa hatte damals erklärt, sich Condor genauer anschauen zu wollen. Thomas Cook hat derzeit eine Flugzeugflotte von 103 Maschinen.

Brexit-Angst und die Folgen

Der Reisekonzern leidet unter den Unsicherheiten rund um einen möglichen Brexit. Damit verbunden war in den vergangenen Monaten eine nachlassende Reiselust der Briten, dem wichtigsten Markt es Unternehmens. Das Airline-Geschäft litt zuletzt unter wieder steigenden Kerosinpreisen sowie unter der harten Konkurrenz im Ferienflieger-Geschäft. Die Strategie des Konzerns laut daher: Durch den Verkauf der Airline-Sparte will man sich auf den Reisebereich konzentrieren, dort aber massiv in hochpreisige Hotels investieren und stärker den Online-Vertrieb ankurbeln. Ob Thomas Cook diesen Plan noch in Eigenregie umsetzen kann oder dies bereits unter dem Dach eines oder mehrerer Investoren tun wird, bleibt nun abzuwarten.

Die Thomas-Cook-Aktie hat die schlechteren Perspektiven des Unternehmens im Kurs heftig widergespiegelt. Der Titel ist im Frankfurter Handel binnen eines Jahres von 1,40 Euro auf rund 0,30 Euro abgestürzt. Der Kursanstieg von heute ist damit nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

AB