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Thomas Cook Flugzeug

Aktie unterwegs gen Süden Thomas Cook: Gewinne verreist

Stand: 09.02.2017, 11:37 Uhr

Der zweitgrößte europäische Reisekonzern hofft weiter auf bessere Geschäfte - und mit ihm die Aktionäre. Nach einem eher matten Wintergeschäft bleibt wieder einmal ein dicker Verlust in der Bilanz.

"Es war in den vergangenen Jahren nicht besonders einfach für Anleger", die Rückschau von Analyst Neil Wilson von ETX Capital kann noch als Beschönigung durchgehen. Seit 2014 ist der Wert der Thomas-Cook-Anteile im Frankfurter Handel von 2,20 Euro bis auf 0,75 Euro nach der Brexit-Entscheidung heruntergeplumpst.

Die Erholung auf deutlich mehr als einen Euro wurde am Donnerstag jäh unterbrochen, nachdem Thomas Cook das abgelaufene Quartal bilanziert hat, zwischenzeitlich brach der Titel an seinem Haupthandelsplatz in London zweistellig ein.

Schwaches Pfund pumpt Umsätze auf

Auf den ersten Blick sehen diese, zumindest auf der Umsatzseite, gar nicht so schlecht aus. Die Zahl der Reisegäste stieg im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember um ein Prozent. Beim Umsatz gab es sogar ein Plus auf 1,6 Milliarden Pfund. Das geht allerdings in erster Linie auf die Schwächung der britischen Währung gegenüber Euro und Dollar im Berichtszeitraum zurück.

Und das Plus an Buchungen im Winter geht zum Großteil auf das Stammland Großbritannien. Im größten Markt Deutschland, gingen die Reise-Orders zurück.

Operativ, und hier scheint Anlegern und Analysten inzwischen der Geduldsfaden zu reißen, steht erneut ein dicker Verlust von 49 Millionen Pfund in der Bilanz. Dies ist zwar ebenfalls minimal besser als im Vergleichszeitraum, sorgt aber für eine Enttäuschung bei den Beobachtern und Investoren. Generell und saisonal bedingt machen Reiseveranstalter im Winter zumeist Verluste, die dürfen allerdings nicht zu groß ausfallen, um im Gesamtjahr schwarze Zahlen zu schreiben.

Griechenland statt Spanien

Nun richtet sich die Hoffnung aller Beteiligten wie auch von Vorstandschef Peter Fankhauser voll auf das anstehende Sommergeschäft. Die Buchungen, so Fankhauser, für den Sommer lägen um neun Prozent über denen des Vorjahres, 31 Prozent der angebotenen Reisen seien bereits verkauft. Regional gibt es derzeit eine weitere Verschiebung der Buchungszahlen von der Türkei in Richtung Griechenland und Spanien.

AB