Thomas Cook-Schilder an grauer Fassade

Jede Menge Abschreibungen Thomas Cook: Banken drohen Milliarden-Verluste

Stand: 27.09.2019, 08:19 Uhr

Einige Banken dürfte die Pleite des Reiseanbieters Thomas Cook teuer zu stehen kommen. Es drohten hohe Abschreibungen auf ausstehenden Anleihen und Kredite, berichtet die Financial Times.

Davon betroffen seien Banken wie Barclays, Morgan Stanley, Unicredit oder die Credit Suisse. Sie müssten auf ihren Büchern wohl insgesamt Abschreibungen im Umfang von bis zu 1,8 Milliarden britische Pfund vornehmen, so der Bericht. Das hätten Schätzungen des Beratungsunternehmens AlixPartners gezeigt.

Die Gläubiger von Anleihen müssten dabei Abschreibungen von 900 Millionen bis eine Milliarde Pfund und die Kreditgeber zwischen 550 und 825 Millionen in Kauf nehmen. Die tatsächlich abzuschreibenden Beträge dürften dabei eher am oberen Ende der Bandbreiten zu liegen kommen, sagte ein Experte dem Blatt.

Wie groß die Verluste der Gläubiger am Ende tatsächlich sein werden, wird sich nach Ablauf des Insolvenzverfahrens zeigen. Eine diesem Verfahren nahe stehende Person versprühte nicht allzu viel Hoffnung. So seien beispielsweise die rund 40 Flugzeuge von Thomas Cook in Großbritannien "alt" und viele der Immobilien seien in schlechten Lagen. Am meisten Geld könne man wohl mit dem Verkauf der Flughafen-Slots sowie der Marke Thomas Cook herausholen, hieß es weiter.

Hotels sollen Geld bekommen

Zudem wurde bekannt, dass die Zurich-Versicherung ab diesem Freitag Hotels, die derzeit Thomas-Cook-Urlauber beherbergen, Geld auszahlen will. Die Zahlungen sind laut Zurich an die Bedingung geknüpft, dass Urlauber nicht mehr zu Extra-Zahlungen aufgefordert werden.

Auf Basis der Buchungsinformationen und ohne Vorlage gesonderter Rechnungen sollen die Hotels in den Ferienorten jetzt 50 Prozent der ausstehenden Zahlungen erhalten, wie ein Zurich-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Dies gilt sofort und unter der Voraussetzung, dass Thomas-Cook-Reisende von diesen Hotels ab sofort weder zur individuellen Zahlung von Hotelrechnungen aufgefordert oder anderweitig genötigt werden", sagte Sprecher Bernd Engelien weiter.

lg/dpa