Frank Thielert, TAE

Thielert

Stand: 02.05.2019, 15:52 Uhr

Wer hat’s aufgedeckt: SdK und Thielert-Geldgeber

Frank Thielert, TAE

Frank Thielert. | Bildquelle: (c) dpa / Report

Frank Thielert (Fotos) hatte eine vermeintlich revolutionäre Idee. Er wollte Propellerflugzeuge von Cessna oder Piper mit Dieselmotoren ausrüsten. Ziel war es, Sprit zu sparen. Außerdem sollten Thielerts Motoren normales Kerosin vertragen, das an jedem Flughafen angeboten wird. Bis dato konnten die Motoren der Kleinflugzeuge nur mit teurem und umweltschädlichem Spezialtreibstoff betrieben werden.

Im Jahr 2005 überzeugte das auch die Anleger. Thielert konnte sein Unternehmen an die Börse bringen. Nicht nur die Zukunftspläne überzeugten die Anleger. Schon vor dem Börsengang hatte sich Thielert mit der Produktion von Bauteilen für Rennmotoren einen Namen gemacht.

Doch diese Erfahrung reichte offenbar nicht, um seine neue Strategie zum Erfolg zu führen. Es gab Probleme bei der Entwicklung und der geplanten Serienproduktion. Die Liquidität wurde knapp.

Von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) wurden im "Schwarzbuch Börse 2006" Vorwürfe der Bilanzmanipulation gegen die Thielert AG erhoben. Später kritisieren die Aktionärsschützer insbesondere die Prüfungsgesellschaft BDO, die die Bilanzen bis 2006 testiert hatte.

Zudem gab es Streit mit einem ehemaligen Geldgeber, der die Abschlüsse der Jahre 2003 bis 2005 per Gerichtsbeschluss für nichtig erklären ließ.

Im Jahr 2008 meldete die Thielert AG Insolvenz an.

Acht Jahre später wurde Frank Thielert vom Landgericht Hamburg wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie Urkundenfälschung zu vier Jahren Haft verurteilt. Im Jahr 2017 hob der Bundesgerichtshof (BGH) das Betrugs-Urteil auf und verwies das Verfahren nach Hamburg zurück. Bis heute ist kein neues Urteil ergangen.

ME