Briefträger der Deutschen Post fährt auf einem Zebrastreifen
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Kostenprobleme in der Paketsparte Teuro bremst Deutsche Post

Stand: 08.05.2018, 11:47 Uhr

Auch die Paketflut sorgt zwar noch immer dafür, dass die Deutsche Post operativ ganz gut abschneidet. Allerdings drücken negative Währungseffekte den Umsatz. Auch unter dem Strich bleibt weniger übrig. Die Investoren reagieren ziemlich enttäuscht.

Bis zum Mittag fällt das Papier um mehr als sechs Prozent zurück. Den Anlegern missfällt, dass der Logistikkonzern die Expertenprognosen insgesamt recht deutlich verfehlt. Von Januar bis März erzielte die Post einen Umsatz von 14,75 Milliarden Euro und damit knapp ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Neben Währungseffekten, allein um über 270 Millionen Euro wurden die Erlöse durch den schwachen Dollar belastet, drückte der Verkauf der Tochter Williams Lea auf die Erlöse. Bereinigt um diese Effekte legte der Umsatz organisch um 6,4 Prozent zu. Das Wachstum des Paket-Geschäfts in Deutschland und darüber hinaus sei ungebrochen, kommentierte Finanzchefin Melanie Kreis. Es sei kein Umsatz-Thema, das die Post in der Sparte habe, es sei ein Kosten-Thema. Die Post werde dies intensiv angehen. Fachleute hatten einen Umsatz von rund 15,4 Milliarden erwartet.

Es gibt noch viel zu tun

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel

Frank Appel, Vorstandsvorsitzender Deutsche Post. | Bildquelle: colourbox.de

Das operative Ergebnis stieg zwar vor allem dank des boomenden Geschäfts von DHL Express um gut zwei Prozent auf 905 Millionen Euro. Aber auch diese Kennziffer überzeugt nicht, denn die Prognosen waren von einem Ebit in Höhe von 965 Millionen Euro ausgegangen. Unter dem Strich blieben 600 Millionen hängen, ein Minus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Hier belastete die Umstellung auf den neuen Bilanzierungsstandard IFRS 16, der das Ebit wiederum nach oben trieb.

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
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Börse 14.00 Uhr Erhöht Post bald Brief- und Paketporto?

Vorstandschef Frank Appel sieht den Dax-Konzern gleichwohl auf Kurs: "Wir hatten einen insgesamt guten Jahresauftakt, wenngleich für den Rest des Jahres noch viel Arbeit vor uns liegt", sagte der Top-Manager.

Appel bekräftigte die Jahresprognose: 2018 soll das operative Ergebnis auf rund 4,15 Milliarden Euro steigen. 2020 soll es dann bei mehr als fünf Milliarden Euro liegen.

ts