In Schwarz, aber trotzdem enttäuschend Tesla will Gewinn in jedem Quartal

Stand: 31.01.2019, 07:37 Uhr

Tesla kommt voran: Erneut schafft es der US-Elektroautobauer, ein Quartal mit einem Gewinn abzuschließen – auch der Umsatz springt kräftig an. Aber die Investoren hatten mehr erwartet. Immerhin will Elon Musks Konzern von jetzt an profitabel bleiben.

Im vierten Quartal stand unterm Strich ein Gewinn von 139,5 Millionen Dollar (121,5 Millionen Euro). Verglichen mit dem Vorjahr, als noch ein Verlust anfiel, ist das ein großer Fortschritt. Es ist insgesamt erst das vierte Quartal, das der Autobauer mit schwarzen Zahlen abschließt. Analysten hatten allerdings mit einem höheren Ergebnis gerechnet. Beim Umsatz gab es dagegen einen gewaltigen Schritt nach vorn. Dank einer großen Nachfrage nach dem Model 3 stiegen die Erlöse um fast 120 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar.

Im dritten Quartal hatte Tesla einen Gewinn von 312 Millionen Dollar erzielt, das bislang höchste Plus. Allerdings spielten dabei auch Steuergutschriften eine wichtige Rolle. Und Firmenchef Musk sorgt selbst dafür, dass die Stimmung trotz der positiven Zahlen gedämpft bleibt: Im laufenden Quartal rechnet Musk nur mit einem „sehr kleinen Nettogewinn".

Elon Musk

Elon Musk. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ab jetzt profitabel

Musk glaubt aber weiterhin, dass seine Firma dauerhaft profitabel wird. Tesla geht davon aus, 2019 zwischen 360.000 und 400.000 Autos auszuliefern. Das würde einem Wachstum zwischen 45 und 65 Prozent im Jahresvergleich entsprechen und jedes Quartal schwarze Zahlen zu liefern. Zum Vergleich: 2018 fiel fast eine Milliarde Dollar Verlust an, 2017 sogar fast zwei Milliarden.

Was sich grundsätzlich wie eine gute Nachricht liest, muss aber verglichen werden mit früheren Äußerungen. Ursprünglich war ein Produktionsziel von mehr als 500.000 Stück pro Jahr für 2018 anvisiert worden. Es werde wahrscheinlich erst zwischen dem vierten Quartal 2019 und dem zweiten Quartal 2020 erreicht, heißt es nun.

Wichtiger Wechsel des Personals

Zudem teilte Firmenchef Musk mit, dass Finanzvorstand Deepak Ahuja das Unternehmen verlassen wird. Ahuja ist seit 2008 bei Tesla, hatte die Firma aber schon einmal zwischen 2015 und 2017 verlassen. Einen genauen Zeitpunkt für den Rücktritt nannte Musk nicht. Zum Nachfolger wurde bereits Stellvertreter Zach Kirkhorn befördert. Für Tesla, das ohnehin von einem Manager-Exodus gebeutelt ist, ist der Verlust schmerzhaft. Ahuja führte das Unternehmen bereits durch einige schwierige Phasen, in denen die Mittel mitunter ausgesprochen knapp waren.

Die Aktie gab nachbörslich um bis zu fünf Prozent nach. Aktuell notiert sie bei rund 309 Dollar. Noch Mitte Dezember mussten Anleger für das Papier fast 377 Dollar bezahlen.

ts/dpa/rtr

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Schafft es Tesla aus den roten Zahlen? Vor der Präsentation der Zahlen am Mittwoch

Zehn Einhundertdollarscheine

Überschuss im dritten Quartal
Vor rund drei Monaten schaffte Tesla einen ersten Durchbruch und legte Rekordzahlen vor. Im dritten Quartal 2018 erzielte das Unternehmen einen Überschuss von 312 Millionen Dollar - soviel wie noch nie in der jungen Firmengeschichte und überhaupt erst der dritte Quartalsgewinn seit Gründung. Firmenchef Elon Musk sagte zwar, dass der Konzern weiter hart arbeiten müsse, "aber ich denke, wir sind über den Berg".