Tesla Powerwall

Intelligente Energie-Software startet in Europa Tesla will den Strommarkt aufmischen

Stand: 30.06.2020, 10:21 Uhr

Der Elektroautobauer arbeitet weiter daran, eine ganze strombetriebene Energie-Landschaft zu errichten - und das im globalen Maßstab. Mit seiner Software "Autobidder" will Tesla nun in den europäischen Markt eintreten.

Der inzwischen wertvollste Autokonzern der Welt will mehr sein als ein E-Fahrzeug-Hersteller. Chef Elon Musk hat bereits vor Jahren mit der Einführung von Solardächern (Solar Roof) oder Energiespeichern (Powerwall) seinen Anspruch klargemacht. Tesla will auch dafür sorgen, dass Energie für die neue Mobilität bereitgestellt und "verwaltet" wird.

Test-"Batterie" in Australien

Genau das soll die Software "Autobidder" leisten. Die Software regelt den kostengünstigen Kauf und Verkauf von Strom, indem sie zu Zeiten von Überangeboten am Strommarkt die Energie kauft und bei knappen Reserven wieder verkauft. Das Programm soll dabei "intelligent" vorgehen und Veränderungen am Strommarkt immer besser ausnutzen.

Die Software soll neben der Prognose von Preisen und des Strombedarfs auch verfügbare Energiereserven optimieren. Davon sollen laut Tesla Unternehmen beim Stromkauf, aber auch Großanlagen profitieren können. Denkbar sind aber auch Anwendungen in Wohnhäusern, etwa wenn Strom aus Solaranlagen eingespeist und gespeichert werden soll, oder aber für den eigenen Elektrowagen eingesetzt werden soll - vorzugsweise natürlich einen Tesla.

Modellhaus SolarCity

Geplant ist das komplette Solar-Ensemble: Modellhaus von Tesla. | Bildquelle: SolarCity

In Australien hat Tesla bereits in den vergangenen Jahren mit einem riesigen Energiespeicher, dem Hornsdale Power Reserve (HPR) entsprechende Erfahrungen gesammelt. Der Speicher ist die größte Lithium-Ionen-Batterie der Welt und kann als Energiereserve dienen. Durch den Einsatz der Autobidder-Software hat Tesla nach eigenen Angaben die Baukosten binnen zwei Jahren wieder eingespielt.

Rolle als Stromhändler oder Stromerzeuger

Nun scheint für den Konzern der nächste Schritt die Einführung der Energieverwaltungs-Software in Europa zu sein. Die Energiegroßhandelsbörse Epex Spot gab am Montag via Twitter bekannt, dass Tesla als Energiehändler dort angemeldet und aktiv geworden ist. Bereits im Mai hatte das Unternehmen in Großbritannien bei der dortigen Energieregulierungsbehörde eine Lizenz zur Stromerzeugung beantragt. Ob Tesla nun eigene Riesen-Batterien oder Solarparks in sein System einbindet, bleibt abzuwarten.

AB