Tesla-Gigafactory in Shanghai

Tesla: Vier Milliarden für die Gigafactory

Stand: 18.11.2019, 07:23 Uhr

Elon Musks Pläne für ein Tesla-Werk in Brandenburg nehmen Gestalt an. Tausende Arbeitsplätze sollen entstehen, ab dem ersten Quartal 2020 soll gebaut werden. Die Brandenburger Landesregierung will jetzt eine Taskforce einsetzen.

Der US-Elektroauto-Hersteller Tesla will bis zu vier Milliarden Euro in die geplante "Gigafactory" in Grünheide nahe Berlin investieren. Nach Informationen der dpa ist dies als Summe für mehrere Ausbaustufen der geplanten Ansiedlung in Brandenburg im Gespräch. Zuvor hatte "Bild am Sonntag" darüber berichtet.

In einer ersten Stufe sind der Brandenburger Landesregierung zufolge in Grünheide (Kreis Oder-Spree) über 3.000 Arbeitsplätze geplant, bis zu 8.000 könnten es nach einem Ausbau werden. Der Start der Bauarbeiten nahe der Autobahn 10 ist für das erste Quartal 2020 geplant.

Mit dem Produktionsstart wird 2021 gerechnet. Zunächst sollen dort der künftige Kompakt-Sportgeländewagen Model Y sowie auch Batterien und Antriebe gebaut werden. Tesla-Chef Elon Musk hatte auch angekündigt, ein Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin anzusiedeln.

Millionenzuschüsse von der EU

Die Brandenburger Landesregierung will am Freitag (22. November) eine Taskforce zur geplanten Ansiedlung einsetzen. Für das Unternehmen und die Beteiligten in der Kommune, dem Landkreis und den Ministerien solle es Ansprechpartner geben, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Wie viele das seien, sagte er noch nicht. "Wir hoffen nun auf die genehmigungsfähigen Unterlagen von Tesla", sagte der Regierungschef. Sobald sie vorlägen, gehe es los.

Bisher ist offen, ob Tesla die nötigen Unterlagen Stück für Stück oder als Sammelantrag einreicht. In Grünheide muss noch Wald abgeholzt werden, Tesla will laut Brandenburger Regierung die dreifache Menge wieder aufforsten lassen. Der Hersteller kann laut "Bild am Sonntag" mit EU-Zuschüssen von rund 300 Millionen Euro rechnen.

Tesla Y

Tesla Y. | Bildquelle: Unternehmen

Tesla ein "Maßstab" & "Vorbild"

Bundesfinanzminister Olaf  Scholz (SPD) sieht im geplanten Bau einer Tesla-Großfabrik bei Berlin keine Gefahr für die deutschen Autobauer. "Die deutschen Konzerne werden milliardenschwere Investitionen in neue Fahrzeugtechnologien tätigen. Ich bin sicher, dass sie weiter an der Spitze bleiben werden", sagte der Vizekanzler dem "Tagesspiegel".

Der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess sieht den Bau eines Tesla-Werks in Brandenburg entspannt. "Das ist eine gute Entscheidung für den Standort", sagte Diess. Insgesamt könnte Tesla in Deutschland den Wettbewerb in Sachen E-Mobilität befeuern, bei der konsequenten Umsetzung der Elektromobilität sei Tesla für VW ein "Maßstab" und "Vorbild".

ts