Elon Musk stellt am 28. 7. 2017 den neuen Tesla Model 3 vor

Geschätzte Verkaufszahlen in den USA Tesla überholt Audi...

Stand: 15.10.2018, 12:01 Uhr

... in den USA. Der Elektorautobauer Tesla hat im dritten Quartal seine Verkaufszahlen in die Höhe geschraubt und könnte damit an den Luxus-Herstellern Audi und Acura in den USA vorbeigezogen sein. Auch Lexus und BMW sind nicht mehr weit entfernt - trotz jüngster negativer Schlagzeilen des Tesla-Chefs Elon Musk.

Besucher der Model-3-Präsentation fotografieren den neuen Tesla

Tesla Model 3. | Bildquelle: picture alliance / Justin Pritchard/AP/dpa

Am vergangenen Wochenende erreichte Tesla einen neuen Meilenstein: Der Autohersteller fertige Nummer 100.000 seines Hoffnungsträgers Model 3. Etwa ein Jahr nach Produktionsbeginn knackte Tesla diese Marke - bei den vorherigen Modellen S und X hatte das mehrere Jahre gedauert. Allein in den ersten elf Tagen des Monats Oktober produzierte der Autobauer 7.400 Stück des Elektroautos. Mit diesem Fabrikat will das Unternehmen von Elon Musk den Massenmarkt erobern, es gab aber wiederholt Probleme bei der Fertigung.

Doppelt so viele Autos wie im Vorquartal

80.142 Fahrzeuge stellte das Unternehmen nach eigenen Angaben im dritten Quartal her, eine Steigerung von rund 50 Prozent gegenüber des vorherigen Zeitraums. Mit über 53.000 Fertigungen stand dabei das Model 3 im Vordergrund, davon mehr als 5.300 in der letzten Septemberwoche - zwar ein neuer Rekord, aber immer noch unter dem selbstgesteckten Ziel von 6.000 Elektroautos des Typs pro Woche.

Die Auslieferungszahlen liegen derweil noch ein wenig höher: 83.500 Autos soll der Konzern in den Monaten Juli, August und September an Kunden übergeben haben. "Um dies ins Verhältnis zu setzen: Allein im dritten Quartal haben wir 80 Prozent der Menge an Autos ausgeliefert, die wir im gesamten Jahr 2017 ausgeliefert haben", schrieb Tesla in einer Mitteilung.

Geschätzte Verkaufszahlen übertrumpfen Audi, Acura und vielleicht Mercedes

Eine genaue Zahl der letztendlich verkauften Autos in den USA gibt es nicht, Tesla veröffentlicht lediglich Produktions- und Auslieferungszahlen, ohne das letztere nach Regionen aufgeteilt sind. Analysten kommen daher auf unterschiedliche Ergebnisse, die aber einen Punkt gemeinsam haben: Tesla hat Audi und Acura mittlerweile auf dem US-Markt für Luxusautos überholt.

Die Online-Informationsquelle für Daten über Autos, Edmunds.com, schätzt die Tesla-Verkäufe in dem Dreimonatszeitraum in den USA auf 64.727, womit das Unternehmen deutlich vor Audi (59.447) und der Luxussparte Acura von Honda (41.830) liegt.

Jean Baptiste Su von Atherton Research geht noch einen Schritt weiter: Laut seinen Schätzungen soll Tesla 69.925 Autos in den Vereinigten Staaten verkauft haben und wäre damit sogar am deutschen Hersteller Mercedes-Benz (66.542) vorbeigerollt. Auch zu den Marktriesen BMW (71.679) und Lexus, der Luxus-Marke von Toyota, (78.622) bestünde den Schätzungen zufolge keine große Lücke mehr.

Konkurrenz schläft nicht

Dennoch sollte sich Tesla hinsichtlich der verkauften Luxus-Autos nicht ausruhen. "Wir denken, sie haben das beste Produkt auf dem Markt für Elektrofahrzeuge. Es ist nicht einmal knapp. Aber viele Wettbewerber holen schnell auf, deshalb gehen wir davon aus, dass sie in den nächsten Jahren mehr Wettbewerb zu erwarten haben", warnt Garrett Nelson, Analyst bei CFRA Research den Konzern.

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
244,00
Differenz relativ
+1,60%

Den Anlegern gefielen die neuen Quartalszahlen. Die Tesla-Aktie jedenfalls stieg am Tag der Veröffentlichung der Zahlen Anfang Oktober im vorbörslichen Handel in den USA bereits um 2 Prozent und auch an der Frankfurter Börse auf zeitweise auf 273,41 Euro pro Titel. Zur Stunde gewinnt das Papier leicht an Wert und liegt bei 221,15 Euro. Das Model 3 Nummer 100.000 beeindruckt die Anleger wenig.

Negative Schlagzeilen

Elon Musk

Elon Musk. | Bildquelle: Imago

Tesla-Chef Elon Musk hatte zuletzt mit einem Tweet für Unruhe gesorgt und war unter Druck geraten. Der Tech-Milliardär hatte im August überraschend angekündigt, er erwäge, Tesla zu einem Preis von 420 Dollar je Aktie von der Börse zu nehmen. "Finanzierung gesichert", fügte er hinzu.

Die Aktie war daraufhin auf 380 Dollar geklettert, nahe ihres im September 2017 erreichten historischen Höchststandes von 385 Dollar. Die Freude währte aber nur kurz, denn schon bald zeichnete sich ab, dass es zu keinem Deal mit den Saudis kommen würde. Die Tesla-Aktie stürzte daraufhin binnen weniger Tage bis auf 252 Dollar ab, verlor also fast ein Drittel ihre Wertes.

Der angeblich geplante Börsenrückzug hatte die amerikanische Börsenaufsicht SEC auf den Plan gerufen. Musk habe "falsche und irreführende" Twitter-Nachrichten verfasst. Sie war mit eine Klage gegen Musk an die Öffentlichkeit gegangen, in der sie den Abgang Musks von der Tesla-Spitze verlangt hatte. Daraufhin war Musk als Chef des Aufsichtsrats zurückgetreten. Zudem musste Musk eine Strafe von 20 Millionen Dollar für das Vergehen zahlen. Unter dem Druck der Klage war der Aktienkurs zeitweise um mehr als elf Prozent eingebrochen.

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Die wichtigsten Stationen im Leben von Elon Musk Erst gemobbt, dann vergöttert

Klein-Elon Musk mit Telefonhörer

Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.

tb