Tesla-Mitarbeiter in der Autoproduktion in Fremont, Kalifornien, USA

Überzeugende Vorstellung Tesla trotzt der Corona-Krise

Stand: 03.04.2020, 07:32 Uhr

Der amerikanische Elektroautobauer hat im ersten Quartal trotz der Belastungen durch die Corona-Krise deutlich mehr Fahrzeuge ausgeliefert als erwartet. Die Tesla-Aktie macht daraufhin einen gewaltigen Satz nach oben.

Tesla lieferte von Januar bis März rund 88.400 Fahrzeuge aus. Von Bloomberg befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 78.000 Einheiten gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte Tesla 63.000 Autos an die Kunden gebracht.

76.200 Einheiten entfielen auf die Modelle 3 und Y, die Tesla zusammen ausweist. Von den älteren Modellen, der Luxus-Limousine Model S und dem großen SUV Model X wurden 12.200 Stück ausgeliefert.

Das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk produzierte insgesamt 102.672 Fahrzeuge. Der Großteil entfiel mit 87.282 auf die Modelle 3 und Y, mit dem Tesla sich im Massenmarkt etablieren will.

Model Y gestartet

Beim neuen kleineren SUV, dem Model Y, übertraf Tesla seinen Zeitplan für Fertigung und Auslieferung deutlich. Der Bau habe im Januar begonnen und die Auslieferung im März, teilte der E-Auto-Pionier am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Zudem erziele die Tesla-Fabrik in Shanghai trotz signifikanter Rückschläge weiter eine Rekordproduktion. Das Werk an der chinesischen Ostküste war wegen der Corona-Krise zeitweise geschlossen, ist aber inzwischen wieder eröffnet worden.

Anleger reagierten begeistert auf die Zahlen. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel um knapp 18 Prozent auf 535 Dollar. Dennoch bleibt das Papier noch weit vom Allzeithoch von knapp 969 Dollar entfernt.

Sturz auf 2017er-Niveau

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
779,70
Differenz relativ
+0,53%

Das Papier war im Zuge des Corona-Crashs massiv unter Druck geraten und bis auf 350 Dollar gefallen. Das entsprach einem Niveau, das die Aktie bereits im Jahr 2017 inne gehabt hatte. Damals war Tesla bedeutend kleiner und finanziell erheblich schlechter aufgestellt als heute.

Trotz der sehr guten Marktposition im Bereich des boomenden Markts für Elektroautos und auch beim Thema autonomen Fahren und der sich abzeichnenden Expansion mit neuen Fabriken und Modellen wie dem Cybertruck bleibt zumindest kurzfristig ein großer Unsicherheitsfaktor für Tesla: Wie lange bleibt das derzeit noch mit Abstand wichtigste Werk im kalifornischen Freemont geschlossen?

ME/dpa/rtr