Elon Musk präsentiert den Tesla Y

Feierliche Präsentation des Model Y Tesla enthüllt seinen nächsten Hoffnungsträger

Stand: 15.03.2019, 08:14 Uhr

Nach S, X und 3 setzt Tesla nun auf Y. Der Elektroauto-Pionier hat in Los Angeles mit einer großen Show sein lang erwartetes Model Y vorgestellt. Es soll Ende 2020 auf den Markt kommen und etwas teurer sein als das Model 3.

"Fabergé-Ei trifft Raumschiff!"- so beschreibt etwas scherzhaft Elon Musk sein neues Baby. Der Tesla-Chef enthüllte am Donnerstagabend in Los Angeles mit großem Rummel den neuen Elektro-SUV. Der Stromer auf Basis des aktuellen Hoffnungsträgers Model 3 soll der nächste und entscheidende Schritt zur Eroberung des Massenmarkts sein und dem Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk endgültig den Ausbruch aus der Luxus-Nische ermöglichen.

Musk wird wie ein Rockstar gefeiert

Es war ein Heimspiel für Musk. Mit tosendem Applaus wurde er begrüßt, als er zum Right-Said-Fred-Song "I'm too sexy" die Bühne enterte. Kein Wunder, denn zum Event in Teslas Design-Studios waren neben einigen Journalisten fast nur Fans des Unternehmers geladen. Verabschiedet wurde Musk hinterher wie ein Rockstar mit "Elon, Elon, Elon!"-Sprechchören. Die Börsenaufsicht, mit der Musk im Clinch liegt, die Investoren, die auf einen Absturz der Tesla-Aktie setzen - all das spielte keine Rolle.

Musk war sichtlich angetan von der großen Euphorie um seine Person, ließ sich sogar zu hüftsteifen Tanzschritten hinreißen und wirkte insgesamt eher wie ein Guru im Kreis seiner Jünger als wie ein gestresster Top-Manager. "Vor elf Jahren haben wir im wahrsten Sinne des Wortes ein einziges Auto hergestellt, und in einem Jahr wird es eine Million sein", versprach der 47-Jährige bei der Vorstellung des Model Y vollmundig. Inzwischen hat Tesla insgesamt rund 550.000 Elektroautos gebaut.

Teslas wichtigstes Modell?

"Wir werden wahrscheinlich mehr Model Y bauen als Model S, X und 3 zusammen", kündigte der Tesla-Boss an. Bereits im Januar hatte Musk gesagt, dass die Nachfrage nach dem neuen Wagen doppelt so hoch sein könnte wie die beim Model 3. So gesehen wäre das Model Y sogar Teslas bislang wichtigstes Fahrzeug.

Ab 2020 wird der Kompakt-Geländewagen produziert und Ende des Jahres auf den Markt kommen. Das Model Y wird rund zehn Prozent größer sein als das Model 3 haben.

4.000 Dollar teurer als das Model 3

Tesla Y

Tesla Y. | Bildquelle: Unternehmen

Der Preis soll dagegen etwa zehn Prozent höher liegen, also bei um die 39.000 Dollar, erklärte Musk. Zunächst sollen aber teurere Varianten zu Preisen zwischen 47.000 und 60.000 Dollar verkauft werden. Das Model 3 ist das bislang günstigste Tesla-Fahrzeug und ist in den USA ab einem Startpreis von 35.000 Dollar vor Steuern und Elektroauto-Vergünstigungen verfügbar. Mit allen Extras kann der Preis aber auch bei mehr als 60 000 Dollar liegen.

Das Fahrzeug soll auf eine Reichweite von bis zu 480 Kilometern mit einer Batterieladung kommen und bis zu sieben Insassen Platz bieten. Die leistungsstärkste Version solle bis zu 240 Kilometer pro Stunde schnell sein und in 3,5 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (rund 96,5 km/h) kommen.

Abrundung der Modellfamilie

Das Model Y wird mit einem breiteren Angebot von Elektroautos großer Konzerne wie unter anderem VW oder Daimler konkurrieren. Auch angesichts der anstehenden Produktoffensive der Rivalen war es für Musk wichtig, die Modellfamilie möglichst rasch um einen kompakten SUV zu erweitern.

Es zeichnet sich bereits ab, dass Tesla diesmal eine Kostenexplosion wie bei seinem ersten SUV Model X vermeiden will. Obwohl das Fahrzeug seinerseits auf der Limousine Model S aufbaute, hatten aufsehenerregende Details wie Flügeltüren an den Rücksitzen die Ausgaben in die Höhe getrieben und den Produktionsstart verzögert.

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Zehn Einhundertdollarscheine

Überschuss im dritten Quartal
Vor rund drei Monaten schaffte Tesla einen ersten Durchbruch und legte Rekordzahlen vor. Im dritten Quartal 2018 erzielte das Unternehmen einen Überschuss von 312 Millionen Dollar - soviel wie noch nie in der jungen Firmengeschichte und überhaupt erst der dritte Quartalsgewinn seit Gründung. Firmenchef Elon Musk sagte zwar, dass der Konzern weiter hart arbeiten müsse, "aber ich denke, wir sind über den Berg".