Tesla-Werk in Fremont, Kalifornien

Auf behördliche Anordnung Tesla: Stammwerk in Kalifornien dicht

Stand: 18.03.2020, 09:28 Uhr

Von der derzeitigen Corona-Angst hält Tesla-Chef Elon Musk herzlich wenig. Die durch die Panik verursachte Gefahr sei größer als durch das Virus selbst. Doch das sehen die kalifornischen Behörden anders - und griffen nun ein.

Während die europäischen Autobauer ihre Fabriken schließen - auch in den USA - hielt Tesla sein Hauptwerk in Fremont bei San Francisco weiter offen, obwohl die Region mit zahlreichen Infizierten als ein "Corona-Hotspot" in Kalifornien gilt.

Doch nun muss auch der E-Autobauer sein Werk dicht machen. Tesla sei nicht von den neuen Coronavirus-Bestimmungen in der San Francisco Bay Area ausgenommen, so der örtliche Sherriff. Da das Unternehmen "kein wesentliches Geschäft im Sinne der Alameda County Health Order" sei, könne Tesla zwar "die Basisaktivitäten aufrechterhalten, müsse den normalen Betrieb in seiner Fabrik in Fremont aber für drei Wochen einstellen".

10.000 Beschäftigte betroffen

In der Liste unentbehrlicher Branchen, die Alameda County auf seine Internetseite gestellt hat, tauchen zwar "Autoteile, -reparaturen und damit verbundene Einrichtungen“ auf. Der Bau von Neuwagen gehört aber nicht dazu. Beim letzten öffentlichen Update vergangenen Donnerstag hatte der Landkreis, der gegenüber vom Silicon Valley an die San Francisco Bay grenzt, 18 bestätigte Corona-Fälle – wegen dem Mangel an Tests in den USA wird aber von einer gewaltigen Dunkelziffer ausgegangen.

Medienberichten zufolge soll Musk seine Mitarbeiter am Montagabend in einer E-Mail aufgefordert haben, zuhause zu bleiben, wenn sie sich "auch nur ein kleines bisschen krank oder unwohl fühlen". Er selbst werde aber zur Arbeit kommen. Tesla beschäftigt in seiner Fabrik in Fremont rund 10.000 Menschen.

Aktie bereits heftig unter Druck

Tesla konnte durch die Offenhaltung seines Werks die ersten Exemplare seines Model Y bereits einige Wochen früher ausliefern als geplant.

Derweil hat die durch das Coronavirus erwartete weltweite Rezession auch der Tesla-Aktie zugesetzt. Nach einer spektakulären Rally wegen Auslieferungsrekorden und guter Geschäftszahlen hat sich die Aktie in den vergangenen vier Wochen mehr als halbiert, auf zuletzt 430 Dollar. Die nun verordnete Schließung des Hauptwerks dürfte das Papier des E-Autopioniers weiter unter Druck bringen.

lg