Tesla Model 3
Audio

Probleme bei der Auslieferung Tesla wieder tiefrot - aber optimistisch

Stand: 25.04.2019, 07:34 Uhr

Tesla rutscht wieder tief in die roten Zahlen. Doch Firmenchef Elon Musk will bis zum Jahresende alles aufholen. Und die Produktion in China könnte eine halbe Million Fahrzeuge erreichen.

Nach dem kleinen Gewinn Ende 2018 ist der Autobauer Tesla zu Beginn des Jahres wieder tief in die roten Zahlen gerutscht. Im vergangenen Quartal gab es einen Verlust von gut 702 Millionen Dollar, wie Tesla nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich zwar von 3,4 auf 4,54 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum vorherigen Quartal bedeutete das aber einen Rückgang um 37 Prozent.

Doch Firmenchef Elon Musk lässt sich von solchen temporären Rückschlägen nicht seinen Optimismus vermiesen. Zwar rechnet er für Tesla auch im laufenden Vierteljahr mit einem Verlust, doch im dritten Quartal soll die Firma wieder schwarze Zahlen schreiben.

"Schwierigstes logistisches Problem"

Tesla verwies darauf, dass mit Beginn der Auslieferungen des aktuellen Hoffnungsträgers Model 3 in Europa und Asien viele Fahrzeuge zum Ende des Quartals noch auf dem Weg zu den Kunden gewesen seien. Diese Verkäufe würden damit erst im laufenden Vierteljahr verbucht.

Ende März waren 63.000 Fahrzeuge ausgeliefert, was weit unter den Erwartungen von 76.000 lag. "Das war das schwierigste logistische Problem, das ich je gesehen haben", sagte Musk über die Lieferprobleme nach Europa und China.

Elon Musk

Elon Musk. | Bildquelle: Imago

Insgesamt sei rund die Hälfte der Auslieferungen im ersten Quartal in den letzten zehn Tagen erfolgt. Tesla baut das Model 3 bisher nur in Kalifornien. Allerdings halbierten sich zugleich die Auslieferungen der älteren Modelle S und X auf 12.100 Fahrzeuge.

Zu lange Lieferwege

Musk erklärte das unter anderem damit, dass einige Kunden ihre Käufe auf das Vorquartal vorgezogen hätten, um noch von höheren Elektroauto-Vergünstigungen in den USA zu profitieren. Bei Analysten löste die Entwicklung allerdings erneut Fragen aus, ob das günstigere Model 3 nicht zum Rückgang der S- und X-Verkäufe führt. Musk betonte, die Fahrzeuge sprächen aus Sicht von Tesla verschiedene Käuferschichten an.

Die langen Lieferwege werden laut Tesla im gesamten Jahr dafür sorgen, dass deutlich mehr Autos gebaut als ausgeliefert werden dürften. So bekräftigte die Firma, dass in diesem Jahr 360.000 bis 400.000 Fahrzeuge an Kunden gehen sollen. Zugleich könne die Produktion mit dem Start eines neuen Werks in China im Herbst sogar bis zu 500.000 Fahrzeuge erreichen.

Braucht Tesla frisches Kapital?

Tesla zahlte im März fällige Schulden von gut 900 Millionen Dollar zurück, die Geldreserven sanken binnen drei Monaten von 3,7 auf 2,2 Milliarden Dollar. Davon flossen fast eine Milliarde Dollar in die Barrückzahlung einer Wandelanleihe. Der Aktienkurs lag so niedrig, dass es sich für die Anleihebesitzer nicht lohnte, Aktien statt Bargeld einzufordern. Noch im April werden weitere 180 Millionen Dollar Schulden fällig.

Musk zeigte sich in einer Telefonkonferenz mit Analysten nach Vorlage der Quartalszahlen schließlich offener dafür, sich neues Kapital am Markt zu besorgen. Bisher hatte er stets gesagt, Tesla brauche das nicht.

Die Tesla-Aktie tauchte nach Vorlage der Zahlen zunächst in die Verlustzone ab, notierte dann aber leicht im Plus. Der bereinigte Verlust pro Aktie war mit 2,90 Dollar in etwa doppelt so hoch ausgefallen wie von Analysten erwartet. Im Vorjahresquartal hatte Tesla 709,5 Millionen Dollar verloren - da kämpfte Tesla aber noch mit massiven Problemen beim Produktionsanlauf des Model 3.

lg/dpa