Tesla Model 3

Dritte Untersuchung seit April Tesla: Schon wieder Ärger mit dem Arbeitsschutz

Stand: 06.07.2018, 08:03 Uhr

Ein brüllender Chef, Überstunden bis zum Abwinken, und als Arbeitsplatz eine Art Zelt: Um das Ziel einer wöchentlichen Produktion von 5.000 Fahrzeugen des Model 3 zu erreichen, scheint Tesla-Chef Musk jedes Mittel Recht. Jetzt ermittelt erneut die Arbeitsschutzbehörde.

Die kalifornische Behörde für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (Cal-OSHA) erklärte am Donnerstag, sie habe am 21. Juni die dritte Untersuchung seit April in dem Werk in Fremont eingeleitet. Dort wird das neue Model 3 gebaut, mit dem der E-Autopionier den Massenmarkt erschließen will. Details zu den laufenden Untersuchungen nannte die Behörde nicht.

Dem Online-Branchendienst "Jalopnik" zufolge geht sie auf eine Beschwerde eines Mitarbeiters in dem Werk zurück. Eine Stellungnahme von Tesla lag zunächst nicht vor. Die erste Untersuchung wurde laut der Behörde am 12. April nach einer schweren Verletzung eines Arbeiters gestartet. Die zweite Untersuchung wurde demnach am 17. April eingeleitet, einen Tag nach einem Medienbericht, wonach Teslas Berichte zur Sicherheit in dem Werk geschönt gewesen seien.

Bei Musk liegen die Nerven blank

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
243,23
Differenz relativ
-4,92%

Tesla hatte kürzlich das eigentlich für Ende 2017 geplante Produktionsziel, erreicht, 5.000 Fahrzeuge des Model 3 binnen einer Woche zu bauen. Vom Erfolg der Serienfertigung bei dem Fahrzeug hängt ab, ob sich Tesla mit seinen 40.000 Beschäftigten vom unrentablen Nischenplayer zum profitablen Hersteller wandeln kann.

Allerdings scheinen bei Tesla-Chef Elon Musk nach einer Reihe verpasster Deadlines die Nerven blank zu liegen. Arbeiter berichten von Überstunden bis zum Abwinken, Druck und einem Zelt auf als Arbeitsplatz. Wenn die Produktion wegen technischer Probleme einmal angehalten werden musste, habe Musk, der zum Teil sogar selbst in der Fabrik übernachtete, seine Ingenieure regelrecht angeschnauzt, sagte ein weiterer Arbeiter.

Gesamtproduktion enttäuschend

Tesla S

Tesla S. | Bildquelle: Unternehmen

Um sein Produktionsziel zu erreichen, hat Tesla in nur zwei Wochen neue Montagelinie in einem riesigen Zelt eingerichtet - auf einem Parkplatz vor den Toren des eigentlichen Werks. Auch wenn das Unternehmen beim Model 3 seine ehrgeizigen Ziele erreicht hat, enttäuschte Tesla bei den Zahlen zu den Auslieferungen: Diese blieben mit 40.740 im zweiten Quartal deutlich unter den Erwartungen der Experten.

Der Grund: dem Produktionsziel des Model 3 wurde der gesamte Konzern untergeordnet, so dass die Montage und die Lackierung des Model S zurückstehen musste. An der Börse gab es zunächst Applaus für die erreichten Ziele beim Model 3, dann jedoch Enttäuschung wegen der insgesamt schwächeren Auslieferungszahlen. Seit dem Hoch Anfang der Woche bei 360 Dollar hat die Tesla-Aktie 13 Prozent an Wert eingebüßt.

lg