Tesla-Autoproduktion in Fremont, Kalifornien, USA

Musk hat sich verzockt Tesla stoppt Produktion - nun aber wirklich

Stand: 20.03.2020, 07:34 Uhr

Das unwürdige Verhalten von Tesla-Chef Elon Musk hat nichts genützt: Die Produktion der Elektroautos im Hauptwerk in Kalifornien wird nun erst einmal wegen der Corona-Krise gestoppt.

Nach einer Machtprobe mit den Behörden hat der amerikanische Elektroautobauer Tesla einem Produktionsstopp in seinem Hauptwerk im kalifornischen Fremont zugestimmt. "Wir halten uns an die gesetzlichen Vorschriften", teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Vorangegangen waren tagelange Diskussionen mit Gesetzesvertretern. Eigentlich hatte das Büro des örtlichen Sheriffs bereits am Dienstagabend klargestellt, dass Teslas Betrieb kein unbedingt notwendiges Geschäft darstelle, das von einer wegen des Virus verhängten Ausgangssperre in der Region ausgenommen wäre. Tesla ließ die Bänder in der Fabrik mit rund 10.000 Mitarbeitern trotzdem zunächst weiterlaufen. Dann schaltete sich die Polizeichefin ein.

Musk will Corona-Gefahren nicht sehen

Konzernchef Elon Musk hatte bis zuletzt die Bedenken wegen des Coronavirus nicht geteilt. "Meine Vermutung ist, dass die Panik mehr Schaden anrichtet als das Virus, wenn das nicht schon geschehen ist", twitterte Musk gestern.

Großer Rückschlag

Für den Konzern ist die ab 23. März geltende Zwangspause ein herber Rückschlag. Denn derzeit wird einer Großteil der Tesla-Elektroautos in Freemont gefertigt - alle vier aktuellen Modelle 3, S, X und Y. Besonders auf dem SUV-Modell Y ruhen großen Hoffnungen.

Doch die Auswirkungen der Fabrikschließung dürften noch darüber hinaus gehen. Denn die neue Fabrik in Shanghai, wo derzeit nur das Model 3 für den chinesischen Markt produziert wird, erhält auch Teile aus Freemont. Somit könnte der Standort Shanghai ebenfalls in absehbarer Zeit betroffen sein. Das Werk an der chinesischen Ostküste war wegen der Corona-Krise auch zeitweise betroffen, ist aber inzwischen wieder eröffnet worden.

Doch damit nicht genug. Auch Teslas Fabrik im Bundesstaat New York wird die Fertigung vorübergehend stoppen. Der Konzern stellt dort Photovoltaikmodule her.

Die Gigafactory in Nevada produziert bisher noch weiter. Hier wird eine Großteil der Batterien für Tesla-Modelle produziert.

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
760,90
Differenz relativ
+0,49%

Die Tesla-Aktie verlor im nachbörslichen Handel 7,8 Prozent auf rund 394 Dollar. Das Papier war im regulären Handel an der Nasdaq noch um 18 Prozent auf 427 Dollar geklettert. Das Rekordhoch bei knapp 969 Dollar war erst vor weniger als einem Monat erreicht worden.

ME/dpa