Wartende Menschen spiegeln sich im Schaufenster mit einem Tesla Model 3 dahinter

Auszeit für Doug Field Tesla-Produktionschef mit leerer Batterie

Stand: 14.05.2018, 10:12 Uhr

Im Management des US-Elektroautobauers knirscht es offenbar. Während das Unternehmen um die nötigen Stückzahlen an den Fließbändern kämpft, klinkt sich Produktionschef Doug Field erst einmal aus.

"Kraft tanken und Zeit mit der Familie verbringen", will Field nach Aussage eines Tesla-Sprechers gegenüber dem "Wall Street Journal" am Freitag. Der Manager habe Tesla "nicht verlassen", hieß es dazu. Offenbar plant Field eine sechswöchige Auszeit, wie es danach weitergeht, bleibt erst einmal offen.

Field dürfte in der Tat einen stressigen Job haben. Der Manager, der 2013 zu Tesla kam, ist für die Fahrzeugentwicklung und gleichermaßen für die Produktion verantwortlich. Und genau hier hakte es bei dem US-Konzern zuletzt erheblich. Die Produktion des Model 3 muss eigentlich so schnell wie möglich hochgeschraubt werden, damit das Ziel von 5.000 Fahrzeugen pro Woche erreicht werden kann. Das soll nun bis Ende Juni geschehen, nachdem es mehrfach verschoben wurden, ein halbes Jahr hängt der Konzern bereits hinter seiner eigenen Planung.

Auszug der Manager

Fast zeitgleich wurde bekannt, dass der Sicherheitsbeauftragte von Tesla, Matthew Schwall, das Unternehmen verlassen wird. Schwall wechselt zu Waymo, der Alphabet-Tochter, die sich mit autonomem Fahren beschäftigt. Bereits im letzten Monat verließ der Autopilot-Chef Jim Keller Tesla und ging zu Intel.

Tesla-Chef Elon Musk hatte zwischenzeitlich zugegeben, dass er zu aggressiv auf die Automatisierung der Fertigung gesetzt habe. Tesla muss dringend mehr als 400.000 Reservierungen für das Volumenmodell abarbeiten, nicht nur um Kunden zufrieden zu stellen, sondern auch um die Bilanz in Richtung Profitabilität zu steuern.

Rekordverluste, aber Hoffnung

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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So hatte Tesla Anfang Mai für das erste Quartal einen Rekordverlust von rund 710 Millionen Dollar gemeldet. Damit wurde das Minus im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Allerdings hatten die Experten an der Wall Street ein noch schlechteres Ergebnis befürchtet. Auch der Umsatz übertraf mit einem Plus von 26 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar die Erwartungen. Dennoch wird sich das Unternehmen in den kommenden Quartalen spürbar der Gewinnzone nähern müssen, um die Hoffnungen vieler Investoren nicht zu enttäuschen.

Daneben gibt es immer wieder Störfeuer für den Konzern durch Unfälle mit Tesla-Fahrzeugen. So untersucht die US-Behörde für Transportsicherheit NTSB derzeit einen weiteren tödlichen Unfall mit einem Tesla Model S, bei dem am vergangenen Dienstag zwei Insassen ums Leben gekommen sind. Offenbar hatte die Batterie des Fahrzeugs Feuer gefangen, nachdem der Wagen mit hohem Tempo gegen eine Wand gefahren sei. Zuletzt hatte sich Tesla mit der NTSB bei der Untersuchung eines solchen Unfalls überworfen und war in einem ungewöhnlichen Schritt von den Ermittlungen ausgeschlossen worden.

Aktie weiter unentschlossen

Elon Musk
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"Diese Fragen bringen mich um"

Die Tesla-Aktie hatte sich nach Bekanntgabe der Zahlen im Frankfurter Handel wieder über die Marke von 250 Euro geschoben. Seit Jahresbeginn notiert der Titel aber immer noch im Minus. Investoren brauchen weitere gute Nachrichten von der Produktions- und Ergebnisfront.

AB