Prognose gesenkt Tesla-Partnerschaft kommt Panasonic teuer zu stehen

Stand: 04.02.2019, 10:43 Uhr

Nach einem Ergebnisrückgang im Weihnachtsgeschäft hat der japanische Elektronikkonzern seine Prognose gesenkt. Auch die Partnerschaft mit dem Elektroautobauer Tesla macht Panasonic zu schaffen - ist aber gleichzeitig eine große Chance.

Im dritten Quartal sei das Betriebsergebnis wegen einer schwächeren Nachfrage nach Haushaltsgeräten wie Kühlschränken und Föns sowie Ausrüstung für Fabriken in Folge des US-chinesischen Handelsstreits um fast ein Fünftel auf 97,6 Milliarden Yen (umgerechnet 777 Millionen Euro) gefallen, teilten die Japaner am Montag mit. Dies ist deutlich weniger als von Analysten erwartet.

Daraufhin schraubte Panasonic seine Erwartungen an das im März endende Geschäftsjahr 2018/19 um fast ein Zehntel zurück. Das Unternehmen rechnet jetzt nur noch mit einem operativen Ergebnis von 3,07 Milliarden Euro.

Die Anleger reagierten enttäuscht. Das Papier verlor zeitweise über vier Prozent an der Frankfurter Börse. Binnen Jahresfrist hat der Japan-Titel mehr als 30 Prozent an Wert eingebüßt.

Tesla sorgt für Licht und Schatten

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Für den einzigen Lichtblick sorgte zuletzt die Batteriesparte, die Panasonic zusammen mit dem US-Elektroautopionier Tesla betreibt. Sie schrieb mit 131 Millionen Euro den ersten Betriebsgewinn seit drei Quartalen.

Zuletzt machten den Japanern allerdings auch hohe Investitionen in den Ausbau des Geschäfts zu schaffen. Panasonic erhofft sich nun neue Impulse durch die Ambitionen Teslas, 2019 jedes Quartal einen Gewinn zu schreiben.

Elon Musk

Elon Musk. | Bildquelle: Imago

Tesla-Chef Elon Musk glaubt, dass seine Firma dauerhaft profitabel wird. Der Autobauer geht davon aus, 2019 zwischen 360.000 und 400.000 Autos auszuliefern. Das würde einem Wachstum zwischen 45 und 65 Prozent im Jahresvergleich entsprechen.

Veränderungen im Batteriegeschäft

Aktuell ist Panasonic der einzige Zulieferer für die US-Amerikaner. Die beiden Unternehmen arbeiten seit Jahren eng bei Batteriezellen zusammen. Die Entwicklung der Energiespeicher und deren Produktion in der Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada wurde zu einem wesentlichen Teil von Panasonic mitfinanziert. Panasonic könnte Tesla bei Bedarf weitere Mittel zur Verfügung stellen, die Partner streben nun aber jeweils auch Akku-Kooperationen mit anderen Unternehmen an.

Besonders der Elektroauto-Hersteller will seine Abhängigkeit vom Batterielieferanten reduzieren. Tesla verhandelt derzeit mit dem chinesischen Batteriehersteller Lishen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Die beiden Firmen hätten einen Vorvertrag geschlossen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen.

Auch Panasonic will sein Batteriegeschäft für E-Autos erweitern. Der japanische Konzern plant einem Insider zufolge mit Toyota Motors die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens. Das Joint Venture soll angeblich im kommenden Jahr starten. Toyota werde 51 Prozent der Anteile halten, Panasonic den Rest.

Das neue Unternehmen könnte Batterien an Mazda und Subaru liefern. Die Fertigung für Tesla werde Panasonic aber weiter selbst übernehmen.

tb