Tesla-Chef Elon Musk
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Aktien springen Richtung 1.000 Dollar Tesla ist nicht zu stoppen

Stand: 04.02.2020, 16:12 Uhr

Hoch, höher, Tesla: Die Titel des Elektroautobauers klettern am Dientag erneut auf ein Allzeithoch und nähern sich der 1.000-Dollar-Marke. Offenbar decken sich Leerverkäufer ein, die auf dem falschen Fuß erwischt wurden.

Stefan Wolff
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Der irre Tesla-Hype

Langsam wird es schwindelerregend: Zur Handelseröffnung in New York sprangen die Titel von Tesla auf eine neue Rekordmarke von über 940 Dollar. Aktuell notieren sie gut 16 Prozent höher bei um 900 Dollar. Damit ist der Hersteller von Elektrofahrzeugen inzwischen gut 156 Milliarden US-Dollar wert - mehr als Volkswagen und BMW zusammen. Bereits am Montag war Tesla um knapp 20 Prozent nach oben gerauscht und hatte den dritten Handelstag in Folge ein Rekordhoch markiert.

Analyst Bill Selesky vom Analysehaus Argus Research hatte gestern das Kursziel von 556 auf 808 Dollar weit nach oben geschraubt. Er ist damit der größte Optimist unter den zahlreichen Experten, die die Aktien bewerten. Selesky begründet seinen Optimismus mit zu erwartenden Umsätzen der Fahrzeugmodelle S und X sowie mit einer starken Nachfrage nach dem Model 3, das im vierten Quartal mehr als 80 Prozent zum Gesamtumsatz beitrug.

Leerverkäufer, die danebenliegen

Marktteilnehmer vermuten auch, dass Anleger, die auf einen fallenden Tesla-Kurs gesetzt hatten, diese Positionen angesichts der fortgesetzten Rally nun schließen müssen. Anleger könnten demnach in der ausgeprägten Schwächephase des vergangenen Jahres in großem Stil Aktien leer verkauft und damit auf einen weiter fallenden Kurs spekuliert haben.

Vom Dezember 2018 bis Mitte 2019 hatte sich der Tesla-Kurs mehr als halbiert. Viele Analysten hatten Tesla in dieser Phase kritisch bewertet. Immer wieder hatte Tesla Fertigungsziele verfehlt und dabei viel Geld verbrannt. Als es nach überraschend starken Quartalszahlen im Oktober mit dem Kurs plötzlich wieder nach oben ging, dürften viele Spekulanten ihre leer verkauften Positionen wieder eingedeckt haben, um nicht bei noch höheren Kursen zugreifen zu müssen. Das habe dem Kurs dann wohl zusätzlichen Anschub verliehen, argumentierten Händler.

Model S, Model X, Model 3, Model Y (von lInks nach rechts)

Tesla-Modelle. | Bildquelle: Unternehmen

Kursziel 1.700 Dollar?

Mit sogenannten Leerverkäufen können Spekulanten auf fallende Kurse setzen, indem sie sich Aktien leihen und dann verkaufen. Dem Eigentümer müssen sie die Aktien bis zu einem festgelegten Zeitpunkt aber zurückgeben und dafür am Markt zurückkaufen. Ist der Kurs dann niedriger als beim Verkauf, machen die Shortseller einen Gewinn.

Erst vor zwei Wochen hatte Analyst Pierre Ferragu vom Analysehaus New Street Research mit Blick auf die kommenden Jahre einen Tesla-Kurs von bis zu 1.700 Dollar für möglich gehalten - das allerdings nur im besten aller denkbaren Szenarien für den Autobauer.

Nicht alle sind euphorisch

Skeptischer ist NordLB-Analyst Frank Schwope. "Wenngleich Tesla den Turnaround geschafft haben könnte, sucht doch die Bewertung des Unternehmens ihresgleichen", schrieb er vergangene Woche. Die "exorbitante" Entwicklung des Aktienkurses der Tesla-Aktie in den vergangenen Wochen halte er für übertrieben. Schwope empfahl daher, das Papier zu verkaufen und nannte ein erhöhtes Kursziel von 320 Dollar.

Auch Fondsmanager Klaus Kaldemorgen von der DWS schüttelt den Kopf. Er zeigte sich jüngst beunruhigt über die Divergenz zwischen hochspekulativen Titeln und moderat bewerteten Papieren. Bestes Beispiel dafür sei für ihn Tesla. Hier sei schon sehr viel Zukunft eingepreist, meint der erfahrene Börsianer.

ts/ nb

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Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.