Tesla Short Shorts aus Satin mit Goldaufdruck im Tesla-Shop

Gute Zahlen voraus? Tesla legt sich mit den Short-Sellern an

Stand: 07.07.2020, 09:09 Uhr

Die Aktie des Elektroautoherstellers ist derzeit gefragt wie nie. Gleichzeitig spekulieren viele kurzfristig agierende Investoren gegen den Titel, setzen also auf bald fallende Kurse. Diese "Shorties" hat Tesla-Chef Elon Musk nun provokativ ins Visier genommen - wohl nicht ohne Grund.

Der für seine Provokationen bekannte Tesla-Chef Elon Musk hat mit dem Verkauf von Satin-Shorts gegen skeptische Anleger gestichelt. Der US-Elektroautobauer nahm am Sonntag auf seiner Website rote Shorts mit goldfarbenem Tesla-Logo und der Aufschrift S3XY - für die Modelle S, 3, X und Y - ins Sortiment. Angesichts einer Vielzahl von Anfragen brach die Webseite zwischenzeitlich zusammen, die Shorts waren binnen kurzer Zeit ausverkauft.

Wetten gegen Tesla brachten 2020 hohe Verluste

Mit dem Angebot der "Tesla Short Shorts" macht sich Musk über skeptische Anleger lustig: Sogenannte Short Seller setzen mit Leerverkäufen auf fallende Aktienkurse und wollen so Gewinne erzielen. Viele Anleger halten Tesla für überbewertet und erwarten für die Zukunft sinkende Aktienkurse. Die Tesla-Aktie ist die Aktie, gegen die an der Technologiebörse Nasdaq am stärksten gewettet wird: Rund 15 Millionen Tesla-Papiere waren Mitte Juni "short" positioniert, ein Gegenwert von 18 Milliarden Dollar. Im laufenden Börsenjahr haben Short-Verkäufer rund 15,9 Milliarden Dollar an Verlusten eingebracht. Aus Sicht der Spekulanten ist Tesla also auch die bestgehasste Aktie.

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Vergangene Woche stieg Tesla zum wertvollsten Autokonzern der Welt auf. Der Börsenwert des Unternehmens liegt inzwischen bei mehr als 246 Milliarden Dollar (mehr als 218 Milliarden Euro). Der Verkauf der "Shorts" mit dem Hinweis, dass binnen zwei bis vier Wochen "geliefert" werden könne, ist aus Sicht vieler Beobachter ein Hinweis darauf, dass Tesla-Chef Elon Musk spätestens Ende des Monats neue schlechte Nachrichten für Tesla-Skeptiker parat hat. Dies könnten gute Auslieferungszahlen, noch wahrscheinlicher aber Quartalszahlen mit einem erneuten Gewinn sein.

Modelle 3 und Y laufen gut

Tesla hatte bereits in der vergangenen Woche gute Absatzzahlen vermeldet. Danach brachte man in den drei Monaten bis Ende Juni weltweit 90.650 Autos an die Kundschaft. Damit wurden die Prognosen der Analysten bei Weitem übertroffen. Mit 80.050 Stück entfiel der Großteil der Auslieferungen auf Teslas günstigstes Fahrzeug Model 3 und das neue Kompakt-SUV Model Y. Mit diesen Angeboten etabliert sich die Firma von Tech-Milliardär Musk zunehmend im Massenmarkt. Das US-Anlegermagazin "Barron's" sprach von "einer unglaublichen Leistung inmitten von Betriebsstillständen und globaler Pandemie".

Für das zweite Quartal rechnen Analysten zwar im Schnitt immer noch damit, dass Tesla auf Basis des international anerkannten Rechnungslegungsstandards US-GAAP einen Verlust je Aktie in Höhe von etwa 1,80 Dollar ausweisen dürfte. Aber der Experte Dan Levy von der Schweizer Bank Credit Suisse hatte in einer Studie bereits zu Wochenbeginn eine Überraschung für möglich gehalten. Es sei eine "weniger radikale Idee", dass Tesla einmal mehr profitabel gewirtschaftet haben könnte.

Der S&P 500 lockt

S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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Ein weiteres positives Quartalsergebnis ist auch die Voraussetzung dafür, dass Tesla in den wichtigsten US-Aktienindex S&P 500 aufgenommen werden kann. Dies würde den Anteilsscheinen mehr Aufmerksamkeit verleihen und könnte so die Rally weiter antreiben. Für "Shorties" würde es dann wohl noch schlimmer kommen. Denn die notwendigen Käufe vieler Fonds würden den Titel sicher noch weiter nach oben treiben.

AB