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Nachschub sichern Tesla kauft Kobalt in großem Stil

Stand: 16.06.2020, 11:48 Uhr

Der Elektroautobauer Tesla wird einem Medienbericht zufolge vom Schweizer Rohstoffkonzern Glencore für die Giga-Fabriken in Berlin und Shanghai tausende Tonnen Kobalt jährlich erwerben. Glencore kann den Nachfrageschub gut gebrauchen.

In den vergangenen Jahren ist der Kurs für das Industriemetall massiv eingebrochen. Noch im Februar 2018 lag der Preis für eine Tonne bei rund 70.000 Dollar. Aktuell müssen Interessenten nur noch rund 30.000 Dollar bezahlen. Glencore ist nach eigenen Angaben "global einer der maßgeblichen Hersteller von Kobalt". Im vergangenen Jahr hatte der Schweizer Rohstoffkonzern 46,3 Kilotonnen produziert.     

Kobalt ist ein wesentlicher Rohstoff für die Herstellung von wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien. Mehr als 60 Prozent des Rohstoffs würden laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Kongo gewonnen - überwiegend industriell, aber auch im Kleinbergbau mit der Hand. Kinderarbeit, Umweltverschmutzung und schlechte Arbeitsbedingungen sind Probleme, die häufig mit dem Abbau von Kobalt im Kongo verbunden sind.

Ein Fünftel der Kobalt-Produktion im Kongo werde per Hand gefördert, schreibt die "Financial Times" (FT). Auch Glencore bezieht den Rohstoff unter anderem aus dem Kongo.

Den Nachschub sichern

Laut des Berichts der "FT" wird Tesla jährlich bis zu rund 6.000 Tonnen Kobalt von Glencore beziehen, um sich den Nachschub zu sichern. Tesla verwende indes weniger Kobalt in den Batterien als die Konkurrenz. Weder Glencore noch Tesla haben den Bericht bislang bestätigt.

Arbeitende Kinder in einer Kobalt-Mine im Kongo

Kinderarbeit in einer Kobalt-Mine im Kongo. | Bildquelle: Amnesty International/Afrewatch

Das Metall bei Glencore zu kaufen erlaube es Tesla die Lieferung von der Mine im Kongo bis zur Verwendung in den Fabriken zu kontrollieren, so die "FT". Tesla lege Wert darauf, dass der Rohstoff in ethischer und verantwortungsvoller Weise gewonnen wird, da das saubere Image des Elektroautobauers in besonderer Weise mit dieser Thematik verbunden ist.

Das Beratungsunternehmen Benchmark Mineral Intelligence führt aus, dass Teslas Batterieproduktionskapazität in den kommenden zehn Jahren um voraussichtlich 570 Prozent steigen werde.

ts