Tesla Model 3
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Produktion und Auslieferungen sinken zweistellig Horror-Quartal von Tesla

Stand: 04.04.2019, 09:35 Uhr

Neuer Rückschlag für Tesla: Der Elektroautobauer hat im ersten Quartal fast ein Drittel weniger Fahrzeuge ausgeliefert. Zudem ging die Produktion zurück. Der Tesla-Aktienkurs bricht ein.

Die Titel des Elektroauto-Pioniers sacken an der Frankfurter Börse am Morgen um gut acht Prozent ab. Damit notieren die Papiere fast wieder da, wo sie vor zehn Tagen standen. Zuletzt hatten sich die Titel deutlich erholt.

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
198,74
Differenz relativ
+1,40%

Die Absatzzahlen im ersten Quartal sorgten für lange Gesichter bei den Tesla-Anlegern. Der US-Elektroautobauer hat im ersten Quartal deutlich weniger Fahrzeuge an die Kundschaft gebracht. Das Unternehmen lieferte nur rund 63.000 Autos aus. Das ist ein Rückgang von 31 Prozent gegenüber dem Vorquartal und deutlich weniger als von Experten erwartet.

Auslieferungsprobleme in Europa und China

Auch vom wichtigen Model 3 wurden deutlich weniger Stückzahlen ausgeliefert als erwartet, nämlich 50.900 Fahrzeuge. Das ist ein Minus von rund 20 Prozent. Analysten hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet. Tesla begründete den gesunkenen Absatz mit der Fokussierung auf internationale Märkte, was zu längeren Lieferzeiten führte. Im Februar hatte Tesla begonnen, das Model 3 auch in Europa und China auszuliefern.

Das Model 3 ist der Hoffnungsträger von Musk. Seit etwa einem Monat bietet der Konzern eine Version des Autos für 35.000 Dollar an. Zur Finanzierung des niedrigeren Preises müssten allerdings einige Tesla-Läden schließen. Stattdessen schwenke man auf den Online-Verkauf um.

Produktion fällt um fast elf Prozent

Selbst die Produktion von Tesla ging zurück: Sie sank um 10,9 Prozent auf 77.100 Autos. Der niedrigere Absatz und Preisanpassungen könnten das Nettoergebnis im ersten Quartal belasten, warnte Tesla. Im Februar hatte Konzernchef Elon Musk bereits angekündigt, im ersten Quartal einen Verlust auszuweisen.

Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Tesla von 215 auf 200 US-Dollar gesenkt und die Einstufung auf "Underweight" belassen. Die vom US-Elektroautobauer vorgelegten Zahlen zur Produktion und zu den Auslieferungen im ersten Quartal seien erheblich schlimmer als befürchtet, schrieb Analyst Ryan Brinkman in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Dies dürfte eine schwächere Gewinnentwicklung im Auftaktquartal bedeuten.

nb

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Schafft es Tesla aus den roten Zahlen? Vor der Präsentation der Zahlen am Mittwoch

Zehn Einhundertdollarscheine

Überschuss im dritten Quartal
Vor rund drei Monaten schaffte Tesla einen ersten Durchbruch und legte Rekordzahlen vor. Im dritten Quartal 2018 erzielte das Unternehmen einen Überschuss von 312 Millionen Dollar - soviel wie noch nie in der jungen Firmengeschichte und überhaupt erst der dritte Quartalsgewinn seit Gründung. Firmenchef Elon Musk sagte zwar, dass der Konzern weiter hart arbeiten müsse, "aber ich denke, wir sind über den Berg".