Tesla-Autoproduktion in Fremont, Kalifornien, USA

Zu viel Automatisierung? Tesla im Produktionsstress

Stand: 16.04.2018, 12:52 Uhr

Der Elektroautobauer hadert weiter mit dem Ausstoß neuer Fahrzeuge in seinen Fabriken. Der kann mit der immer noch hohen Nachfrage nicht mithalten. Offenbar liegt das auch an "zu viel Automatisierung", wie Tesla-Chef Elon Musk nun einräumt.

Von "übertriebender Automatisierung" sprach Musk in einem Interview mit dem US-TV-Sender CBS. Die Produktionsprobleme beim neuen Elektroauto Model 3 seien dadurch verschärft worden. "Wir hatten dieses verrückte, komplexe Netzwerk von Laufbändern. Und es funktionierte nicht, also sind wir es losgeworden", so Musk. Per Twitter äußerte der Firmengründer anschließend noch, die "übertriebene Automatisierung" bei Tesla sei sein Fehler gewesen.

"Zu viele Technologien"

Musk sparte aber auch in dem Interview nicht mit Selbstkritik. In das neue Volumen-Fahrzeug, das Model 3 seien "zu viele neue Technologien auf einmal reingepackt" worden. Das Modell 3 hat bereits rund 400.000 Vorbestellungen erhalten und wird in den USA zu einem Preis von 35.000 Dollar vor Steuern und Vergünstigungen angeboten.

Tesla-Chef Elon Musk

Elon Musk. | Bildquelle: picture alliance / Ben Macmahon/AAP/dpa

Seit dem Produktionsstart im vergangenen Jahr schafft es Tesla allerdings nicht, die Reservierungen abzuarbeiten. Das Ziel, 5000 Wagen pro Woche fertig zu stellen, ist weiterhin nicht erreicht. Im März kam Tesla nur auf gut 2000 Stück wöchentlich.

Förderung mit Obergrenze

Dem Elektrobauer droht aber noch von anderer Seite Ungemach, und das hat mit dem zunehmenden Absatzerfolg von Tesla zu tun. In den USA sind derzeit nämlich steuerliche Vergünstigungen in Höhe von 7.500 Dollar je Auto nur bis zur Produktionsobergrenze von 200.000 Stück geplant. Und die dürfte Tesla, wie übrigens auch Konkurrent GM mit seinem Chevrolet Bolt, demnächst erreichen. Zwar gewährt der Staat auch danach noch zwölf Monate lang einen reduzierten Nachlass. Ob dieser aber ausreichend ist, um Käufer für die E-Boliden zu begeistern, bleibt abzuwarten.

Wegen der Produktions-Engpässe gehen seit Monaten auch Gerüchte um, dass Tesla auf einen Kapitalengpass zur Jahresmitte zusteuert. Das hat Elon Musk erst am vergangenen Freitag noch einmal per Twitter dementiert. Im dritten und vierten Geschäftsquartal des laufenden Geschäftsjahres werde Tesla profitabel sein, so Musk. "Deshalb besteht offensichtlich keine Notwendigkeit, Geld zu besorgen". Im zurückliegenden Quartal hatte der Konzern einen Rekordverlust verbucht - und seit der Gründung des Unternehmens 2003 wurde noch kein Geschäftsjahr mit schwarzen Zahlen abgeschlossen.

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