Roter Tesla Model S

Mehr Model S als S-Klasse verkauft Tesla hängt Mercedes ab

Stand: 21.02.2018, 11:01 Uhr

Wer hätte das gedacht? Allen Unkenrufen zum Trotz hat der E-Autobauer Tesla im vergangenen Jahr mehr Fahrzeuge seines Model S verkauft als die Premiumautos von Mercedes und BMW.

Wie das Fachmagazin "Automotive News Europe" unter Berufung auf Zahlen des Marktforschungsinstituts Jato berichtet, wurde das Model S von Tesla im vergangenen Jahr in Europa 16.132 Mal verkauft – ein Plus von 30 Prozent.

Die Spitzenmodelle der deutschen Hersteller hatten dagegen das Nachsehen. So konnte Mercedes die Verkäufe seiner S-Klasse nur um drei Prozent auf 13.359 Exemplare steigern, der 7er BMW fuhr mit 11.735 verkauften Fahrzeugen sogar ein Minus von 13 Prozent ein.

Tesla Model X Seitenansicht

Tesla Model X. | Bildquelle: Unternehmen

Alarmsignal

Und auch im stark wachsenden SUV-Segment sind die Kalifornier erfolgreich. So ist deren Model X mit 12.000 verkauften Fahrzeuge der meist verkaufte elektrische Stadt-Geländewagen weltweit - gemeinsam mit dem Porsche Cayenne. Den BMW X6 lassen die Kalifornier hinter sich. Zweifelsohne ein Alarmsignal für die traditionellen Autobauer aus Deutschland. Sie können im margenstarken Premiumsegment von neuen kleinen Marken wie Tesla problemlos geschlagen werden.

Tatsächlich hat die Oberklasse eine herausragende Bedeutung für die Autobauer. Mit keinem Modell erwirtschaftet etwa Daimler so viel Marge wie mit der S-Klasse. Dass das Spitzenmodell weltweit immer noch die Nummer eins ist, hat Daimler nur den Chinesen zu verdanken. Sie kaufen immer noch lieber bei den Schwaben als den Kaliforniern. Fragt sich nur wie lange noch.

Auf dem US-Markt hat Tesla die Deutschen schon lange überholt. Dort wurden im vergangenen Jahr ganze 28.800 Fahrzeuge des Model S verkauft – fast doppelt so viele wie die S-Klasse.

Audi & Co schlagen zurück

Nun schlagen die Deutschen zurück: Audi will auf dem Autosalon in Genf Anfang März sein erstes vollelektrisches Volumenmodell vorstellen. Porsche hat bereits angekündigt, mit dem Mission E einen neuen Konkurrenten für das Model S an den Start bringen zu wollen. Daimler baut für über zwei Milliarden Euro neue Montagehalle für die nächste Generation der S-Klasse in Sindelfingen.

In China rollen einer Studie des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) zufolge derzeit mehr als 1,2 Millionen Stromer über die Straßen. Allein 2017 kamen 579.000 dazu. In den USA stieg die Zahl der E-Mobile um 195.000 auf über 750.000 Stück.

Deutschland habe vergleichsweise schlecht abgeschnitten - dennoch gab es einen Anstieg um 54.490 auf 92.740 Autos. Der Anteil der Neuzulassungen habe aber nur bei 1,6 Prozent gelegen. Hinter den erfolgreichen chinesischen Autobauern und Tesla (86.770 E-Autos) kam BMW (67.940) auf den vierten Rang, gefolgt von VW mit 52.250 E-Autos. Gezählt wurden alle Fahrzeuge, die mit Strom betankt werden, also auch Plug-In-Hybride.

lg