Elon Musk

Es wird nicht ruhiger um Tesla Elon Musk muss jetzt ganz stark sein

Stand: 15.08.2018, 10:40 Uhr

Zwei wichtige Großaktionäre haben ihren Tesla-Anteil im zweiten Quartal deutlich verringert. Es ist nicht die einzige schlechte Nachricht, die Elon Musk derzeit verkraften muss. Doch er hat jetzt ja einen neuen "Buddy" zum Ausheulen.

Der US-Vermögensverwalter T.Rowe Price, einst der zweitgrößte Aktionär nach Firmenchef Musk, hat die Anzahl seiner Tesla-Aktien um fast ein Viertel auf 11,9 Millionen verringert, wie aus einer Information für die US-Börsenaufsicht SEC vom Dienstag hervorgeht.

Zuvor hatte die Fondsgesellschaft Fidelity Investments, ebenfalls unter der zehn größten Tesla-Eignern, erklärt, sie habe ihr Aktienpaket um 21 Prozent geschmälert. Die Gründe für den Schritt der beiden Großinvestoren waren zunächst nicht bekannt.

Die Rückzugsmanöver erfolgten jedoch laut Börsenmitteilung bereits im Vorfeld von Elon Musks jüngster Ankündigung, er wolle Tesla von der Börse nehmen.

Saudi-Arabien als neuer Großinvestor?

Wie sehr Elon Musk den beiden illoyal gewordenen Großaktionären hinterhertrauert, ist nicht bekannt. Dazu gab es seltsamerweise keinen Tweet.

Vielleicht tröstet er sich ja mit seinen neuen saudi-arabischen Freunden darüber hinweg? Laut Bloomberg soll der saudische Staatsfonds PIF derzeit mit Musk verhandeln, um als wichtiger Investor das Delisting von Tesla zu unterstützen.

Musk hat jetzt neue Fans

Musk selbst schrieb in einem Blogeintrag, er befinde sich seit Ende Juli in Gesprächen mit Vertretern des saudi-arabischen Staatsfonds und weiteren Investoren. Er habe "keine Zweifel", dass der Staatsfonds sich an einer Finanzierung beteiligen werde.

Der Staatsfonds aus Saudi-Arabien ist nach Musks Angaben an Tesla interessiert, um sich "weg vom Öl zu diversifizieren".

Alles nur Show?!

Nach außen hin hat Elon Musk die Ölindustrie schon immer gehasst, ihr sogar vorgeworfen, sie würde Tesla sabotieren. Doch mittlerweile müssen sich Anleger fragen, wie viel davon echt war und wie viel davon nur Show und Teil der Marketing-Strategie von Tesla.

Schließlich gibt es wohl kein Land, das "Big Oil" so gut repräsentiert wie Saudi-Arabien.

Ein "Atomangriff" auf Leerverkäufer?

Beistand kann Elon Musk derzeit gut gebrauchen, schließlich ist die Kritik um das Gebaren des Tesla-Chefs in den vergangenen Tagen nicht weniger geworden. Wegen seiner unerwarteten Ankündigung eines Rückzugs von der Börse haben zahlreiche Investoren Musk verklagt.

Seine entsprechenden Tweets seien falsch und irreführend, heißt es in einer von zwei Klagen, die bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht wurden. Es handle sich um einen "Atomangriff", um Leerverkäufer der Tesla-Aktien "völlig zu dezimieren".

In der zweiten Klage wird Musk und seiner Firma vorgeworfen, den Tesla-Aktienkurs künstlich in die Höhe zu treiben. Zudem habe Musk damit gegen die Auflagen der US-Börsenaufsicht SEC verstoßen.

ag

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Warum will Musk Tesla privatisieren?
Der Firmenchef begründet seinen gewagten Plan selbst wie folgt: Ein derartiger Schritt erlaube es dem Unternehmen, "zu seinem Besten zu wirtschaften, frei von Ablenkung und kurzfristiger Denke", schrieb Elon Musk in einem Mitarbeiterbrief.

Tatsächlich würde sich Musk mit einem solchen Schritt dem Druck der Kapitalmärkte entziehen. Es wäre keine Notwendigkeit mehr da, alle drei Monate Quartalsberichte vorzulegen und sich den kritischen Fragen von Journalisten und Analysten zu stellen.