Elon Musk
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Plappern aus dem Nähkästchen Tesla-Chef Musk hat die Saudis im Boot

Stand: 13.08.2018, 17:07 Uhr

Kommt er nun, der Börsenrückzug von Tesla, oder nicht? Firmenchef Elon Musk hat jetzt die Hintergründe zu seinen jüngsten Überlegungen dargelegt.

Der Tesla-Chef weckt mit seinen Gedankenspielen, den E-Autobauer von der Börse nehmen zu wollen, weiterhin die Fantasie der Anleger. Am Montag gab Musk bekannt, dass der saudische Staatsfonds ihn schon seit zwei Jahren immer wieder auf eine Privatisierung angesprochen habe. Zudem habe er seit seiner Ankündigung vom 7. August, bei der er einen Preis je Aktie bei einem Börsenrückzug von 420 Dollar ins Spiel gebracht hatte, immer wieder Kontakt zum Fonds.

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
316,78
Differenz relativ
-2,70%

Seiner Meinung nach würden Aktionäre von zwei Dritteln des Kapitals an Bord bleiben, sollte Tesla privatisiert werden. Berichte über einen angeblichen Kapitalbedarf von 70 Milliarden Dollar bezeichnete er als übertrieben. Zudem würde der Großteil des benötigten Kapitals für den Rückzug von der Börse nicht durch Schulden, sondern durch Aktien finanziert werden.

Schon länger durchdacht

Bei seinen Plänen für einen Rückzug des Elektroautobauers von der Börse hat Musk nach eigenen Angaben die Rückendeckung des Verwaltungsrats. Er habe dem Gremium sein Vorhaben unlängst erläutert und erklärt, warum dies von langfristigem Interesse von Tesla sein könne, teilte der Milliardär am Montag in einem Blogeintrag mit. Am Ende dieses Treffens sei vereinbart worden, dass er als nächsten Schritt einige der größten Aktionäre von Tesla ansprechen solle. Der saudische Staatsfonds hatte jüngst bekannt gegeben, mit fünf Prozent an Tesla beteiligt zu sein.

Tweet von Elon Musk

Tweet von Elon Musk. | Bildquelle: twitter

"Offensichtlich verfügt der saudi-arabische Staatsfonds über mehr als genug Kapital, um eine solche Transaktion durchzuführen", schrieb Musk. Das Interesse der Saudis habe ihn auch zu der Mitteilung veranlasst, die Finanzierung sei gesichert. Nach mehreren Treffen habe er keinen Zweifel gehabt, "dass ein Deal mit dem saudi-arabischen Staatsfonds geschlossen werden könnte und dass es nur darum ging, den Prozess in Gang zu bringen".

Anleger bleiben gelassen

Die Tesla-Aktie ist nur zu Beginn der Sitzung an der Nasdaq angesprungen auf ein bisheriges Tageshoch von 362,77 Dollar. Aktuell ist der Kurs rund 0,7 Prozent ins Minus gerutscht. Die Anleger bleiben also dieses Mal gelassen, nachdem der erste Vorstoß von Musk für heftige Reaktionen und deutliche Kursgewinne der Aktie geführt hatte - und auch die Börsenaufsicht auf den Plan gerufen hat.

rtr/rm

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Tesla S

Warum will Musk Tesla privatisieren?
Der Firmenchef begründet seinen gewagten Plan selbst wie folgt: Ein derartiger Schritt erlaube es dem Unternehmen, "zu seinem Besten zu wirtschaften, frei von Ablenkung und kurzfristiger Denke", schrieb Elon Musk in einem Mitarbeiterbrief.

Tatsächlich würde sich Musk mit einem solchen Schritt dem Druck der Kapitalmärkte entziehen. Es wäre keine Notwendigkeit mehr da, alle drei Monate Quartalsberichte vorzulegen und sich den kritischen Fragen von Journalisten und Analysten zu stellen.