Tesla im All mit SpaceX Falcon Heavy
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Große Bilder, kleine Geschäftszahlen Tesla als Sternschnuppe?

Stand: 07.02.2018, 11:56 Uhr

Wenn am heutigen Abend nach US-Börsenschluss die Quartalsergebnisse des Elektroautobauers Tesla eintrudeln, richten sich die Blicke der Beobachter auf das harte Zahlenmaterial. Tesla-Chef Elon Musk feuert erst einmal eine PR-Rakete ab.

Tesla als Nutzlast der SpaceX Falcon Heavy

SpaceX Falcon Heavy. | Bildquelle: dpa/Zuma Wire

Keine Frage, ein roter Sportwagen mit dem Tesla-Logo im All macht sich nicht schlecht. Gestern Abend hat Space X, eine Firma, die Tesla-Chef Elon Musk gehört, die Großrakete "Falcon Heavy" erfolgreich ins All geschossen. Mit einer Nutzlast von 60 Tonnen ist sie die derzeit größte im Einsatz befindliche Weltraumrakete. Statt eines Satelliten oder Versorgungsgütern für die Weltraumstation ISS hat Musk werbeträchtig einen Tesla Roadster in dem Geschoss drapiert.

Dessen "Fahrt" rund um den Orbit konnten Zuschauer live per Videostream überall auf dem Globus für mehrere Stunden verfolgen. Mehr Werbung geht nicht, auch wenn selbst Elon Musk den PR-Coup als "kindischen Spaß" bezeichnete.

"Brennrate" zu hoch

So manchem Anleger könnte womöglich der Spaß vergehen, wenn am Abend nach US-Börsenschluss die Quartalszahlen und der Geschäftsausblick von Tesla bekanntgegeben werden. Auch viele Millionen Dollar an Aktionärsmitteln dürften im Quartal und im Gesamtjahr 2017 "verglüht" sein. Nach früheren Berechnungen von Bloomberg verbrennt Tesla minütlich 8.000 Dollar. Die verbliebenen Mittel reichen nach Analystenschätzung etwa bis Jahresmitte, wird nicht vorher der Kapitalmarkt etwa über eine Kapitalerhöhung angezapft.

Bei Bestellungen der Tesla-Fahrzeuge müssen Kunden zum Teil mehrere Tausend Dollar an Anzahlungen leisten, offenbar auch um die laufende Produktion mitzufinanzieren.

Tesla im All mit SpaceX Falcon Heavy

Tesla im All. | Bildquelle: Unternehmen

Analysten erwarten heftige Verluste

Bei den Zahlen zum vierten Quartal werden Experten denn auch genau schauen, wie hoch der Verlust im vierten Dreimonatszeitraum ausgefallen ist. Nach durchschnittlicher Analystenprognose wird sich der Minusbetrag auf rund drei Dollar je Aktie belaufen. Eine Verdreifachung gegenüber dem Vergleichszeitraum. Auf der Umsatzseite erwarten sie Zuwächse um 18 Prozent auf 3,28 Milliarden Dollar, was einem Plus von 44 Prozent entsprechen würde. Der gesamte Umsatz des Jahres 2017 würde damit bei 11,75 Milliarden Dollar liegen - 2016 hatte Tesla Erlöse von sieben Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Mitentscheidend: Der Produktions-Ausblick

Noch wichtiger dürfte der Ausblick auf die erwarteten Verkaufszahlen der Elektro-Boliden im laufenden Jahr sein. Insbesondere der Ausstoß des neuen Model 3, das den Einstieg in den Massenmarkt ermöglichen soll, ist dabei von großem Interesse. In den vergangenen Monaten hatte die Produktion nicht mit den Plänen von Tesla und den Erwartungen des Marktes mithalten können. Tesla war sogar vom einheimischen Rivalen General Motors mit dessen Elektro-Auto Chevrolet Bolt EV deutlich abgehängt worden. In den USA wurden gerade einmal rund 1.000 Tesla Model 3 im Dezember verkauft.

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Tesla Semi

Tesla Semi
Unter großem Pomp enthüllte Tesla-Chef Elon Musk im November den lang erwarteten E-Lkw Semi. So soll das Fahrzeug auch mit voller Ladung von 40 Tonnen eine Reichweite von rund 800 Kilometern erreichen, sagte Musk. Zuletzt sprach Musk sogar von bis zu 965 Kilometern. Die Produktion werde im Jahr 2019 beginnen.

Der Basispreis für das 500-Meilen-Modell soll bei 180.000 Dollar liegen. Der Sattelschlepper hat vier Motoren - und Tesla verspricht, dass er pannenfrei eine Million Meilen (1,6 Millionen Kilometer) schaffen kann.

AB