Tencent Music Entertainment Group

Neuer Rückschlag Tencent: Börsenpläne für Musiksparte auf Eis

Stand: 12.10.2018, 09:07 Uhr

Harte Zeiten für den chinesischen Technologiekonzern. Nach der Lizenzverweigerung der chinesischen Behörden für das Videospiel Monster Hunter muss Tencent nun auch den Börsengang seiner Musiksparte verschieben.

Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, hat Tencent seine Börsenpläne für die Musiksparte wegen der weltweiten Kursturbulenzen auf Eis gelegt. Das Musik-Streaming-Unternehmen habe in dieser Woche über die Preisspanne für die Aktien beraten wollen. Stattdessen habe es entschieden, mindestens bis November zu warten.

Damit soll vermieden werden, dass die derzeitige Schwäche der Wall Street eine korrekte Bewertung der Aktien unmöglich macht. Ursprünglich erwarteten die Beteiligten eine hohe Nachfrage nach den Aktien des Unternehmens, das die Musikplattformen QQ Music, KuGou und Kuwo betreibt. Tencent rechne mit einer Bewertung zwischen 25 und 30 Milliarden Dollar.

Zwei Milliarden Dollar

Das IPO soll zwei Milliarden Dollar in die Kassen den Unternehmens spülen. Es wäre damit der zweitgrößte Börsengang eines chinesischen Unternehmens nach dem Film- und Fernsehproduzenten iQIYI, der im März 2,4 Milliarden Dollar einbrachte.

Gestern hatte bereits der niederländische Autoleasinganbieter LeasePlan seinen Börsengang vorerst abgeblasen. Angesichts der schlechten Marktbedingungen würden die Börsenpläne zunächst nicht weiter verfolgt. Das Unternehmen hatte seinen Börsengang erst eine Woche zuvor bekannt gegeben und dabei auf eine Bewertung von bis zu 7,5 Milliarden Euro gehofft.

Herber Schlag

Für Tencent ist der Rückzug ein weiterer herber Schlag, nachdem die chinesischen Behörden den Social-Media-Konzern im Frühsommer angewiesen hatten, das derzeit beliebte Spiel Monster Hunter aus seinem Download-Angebot zu streichen. Dabei ist die Spiele-Sparte für das Unternehmen von großer Bedeutung und Monster Hunter war ein Verkaufsschlager.

Monster Hunter: World

Monster Hunter: World. | Bildquelle: Tencent

Im zweiten Quartal hatte sich das Umsatzwachstum von Tencent deshalb auf 30 Prozent halbiert. Der Gewinn des Betreibers von WeChat ging sogar um zwei Prozent auf 17,9 Milliarden chinesische Yuan (2,3 Milliarden Euro) zurück. Das ist seit mindestens zehn Jahren nicht mehr vorgekommen.

Seitdem ist die in Hong Kong notierte Tencent-Aktie bei den Anlegern in Ungnade gefallen. Allein im letzten halben Jahr hat sie 27 Prozent an Wert eingebüßt und ist damit im Vergleich zu den US-Tech-Aktien weit zurückgefallen.

lg