IPOs aus der Schweiz

IPO Telekomfirma Nfon stolpert an die Börse

Stand: 10.05.2018, 10:00 Uhr

Die Münchner Telekomfirma Nfon legt einen holprigen Börsengang hin. Der Preis je Aktie wurde auf 12 Euro festgelegt, am unteren Ende der bereits gesenkten Spanne. Die Erstnotierung für morgen geplant.

Wegen der schwachen Nachfrage hatte der Cloud-Telefonanbieter die Preisspanne am Montag auf 11,93 bis 14,00 Euro von zuvor 15,60 bis 19,60 Euro gesenkt.

Insgesamt seien 80,5 Millionen Euro platziert worden, statt der ursprünglich geplanten bis zu 138 Millionen, hieß es. Inklusive der Mehrzuteilungsoption (im Börsenjargon Greenshoe genannt) wurden insgesamt 6,7 Millionen Aktien ausgegeben. Neben den neuen Papieren wurden inklusive der Mehrzuteilungsoption gut 2,5 Millionen Titel bestehender Anteilseigner platziert. Auf Basis des erzielten Preises liegt die Marktkapitalisierung bei 166 Millionen Euro.

Wachstum finanzieren

Ein Großteil der Erlöse werde zur Finanzierung der weiteren Wachstumsstrategie verwendet, hieß es. Man werde weiter in Europa expandieren, insbesondere in Frankreich, Italien und den Niederlanden. Zudem werde in Forschung und Entwicklung sowie in das Marketing investiert.

Unter der Annahme der vollen Ausübung der Platzierungsreserve beträgt der Streubesitz circa 43,5 Prozent. Die Aktien werden voraussichtlich ab morgen am regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Börse gehandelt.

Nfon schreibt noch rote Zahlen

Nfon bietet virtuelle Telefonanlagen an, bei denen die Gespräche über das Internet abgewickelt werden. Das Unternehmen mit 150 Mitarbeitern hat nach eigenen Angaben über 15.000 Firmenkunden in 13 europäischen Ländern. 2017 kletterten die Erlöse um 17 Prozent auf 35,7 Millionen Euro und auf Basis des Betriebsergebnisses (bereinigtes Ebitda) knackte Nfon erstmals die Gewinnschwelle. Unter dem Strich fiel aber ein Verlust von zwei Millionen Euro an.

Ermöglicht hat den Gang aufs Parkett der Ankeraktionär Milestone Venture, ein Wagniskapitalfinanzierer. Er bekam bevorrechtigt Aktien zugeteilt und hält künftig 30,1 Prozent an Nfon. Vor dem Börsengang lag sein Anteil bei 35,8 Prozent. Begleitet wird der Nfon-Börsengang von Berenberg, der Baader Bank und Oddo BHF.

lg