T-Mobile und Sprint-Logos in New York

Fusion zwischen T-Mobile und Sprint Telekom pokert hoch - und gewinnt

Stand: 21.02.2020, 08:53 Uhr

Was lange währt wird endlich gut. Die Telekom will zum ersten April die Fusion mit dem Rivalen Sprint abschließen. Sie bekommt auch noch mehr Anteile.

T-Mobile und Sprint einigten sich auf leicht geänderte Fusionsbedingungen. Ein neues Abkommen sieht vor, dass der Bonner Telekom-Konzern mit 43 Prozent einen um ein Prozentpunkt höheren Anteil am verschmolzenen Unternehmen erhält als zunächst vereinbart war. Dessen Wert beläuft sich auf fünf Milliarden Dollar.

Statt 9,75 Sprint-Aktien pro T-Mobile-Aktie wird das Tauschverhältnis nun bei elf Sprint-Aktien pro T-Mobile-Aktie liegen. Damit gibt der japanische Investor und noch Mehrheitseigner, Softbank, knapp 49 Millionen T-Mobile-Aktien ab.

Anteil von Softbank an Sprint sinkt

T-Mobile-Chef John Legere hatte bereits angekündigt, dass die Fusionsbedingungen nachverhandelt werden könnten. In den fast zwei Jahren seit der ursprünglichen Vereinbarung hat Sprint nämlich stark an Börsenwert eingebüßt.

Den Deal komplett neu aufzuschnüren wäre jedoch aufwendig und langwierig gewesen, da die Aktionäre dann erneut hätten abstimmen müssen. Stattdessen begnügte sich die Telekom letztlich mit einem etwas höheren Anteil. Dafür wird der japanische Sprint-Mehrheitseigner Softbank nun nur noch 24 statt 27 Prozent erhalten, während 33 Prozent an freie Aktionäre gehen.

Fusion ist zum ersten April geplant

Insidern zufolge ging Softbank auf die Änderungen im Fusionsvertrag ein, um weitere Verzögerungen bei der Transaktion zu vermeiden. So hätte etwa eine Änderung des Umtauschverhältnisses für alle Aktionäre womöglich die Einberufung einer Hauptversammlung erfordert.

Erst in der vergangenen Woche hatte ein US-Bundesrichter eine Wettbewerbsbeschwerde mehrerer US-Bundesstaaten gegen die Fusion abgewiesen und damit das letzte große Hindernis für die Firmenehe aus dem Weg geräumt. Die Fusion soll zum ersten April abgeschlossen sein.

Telekom-Chef Tim Höttges hat den Börsenwert der neuen Gesellschaft auf rund 120 Milliarden Dollar veranschlagt. Damit wäre sie deutlich kleiner als die beiden USA-Marktführer: AT&T wird mit 274 Milliarden Dollar bewertet, Verizon mit 242 Milliarden Dollar.

lg