Dividenden der Deutschen Telekom

Folgen der teuren 5-G-Auktion Telekom-Aktionäre bekommen weniger Dividende

Stand: 07.11.2019, 07:18 Uhr

Was die US-Tochter bereits getan hat, macht nun auch die Konzernmutter: Sie hebt die Jahresprognose an. Die Telekom rechnet für 2019 mit noch mehr Gewinn als bislang angepeilt. Doch bei der Dividende geben sich die Bonner knauserig.

Wegen der hohen Kosten für die 5-G-Auktion in Deutschland und der anstehenden Frequenzversteigerungen in den USA kappt die Telekom die Ausschüttung an die Anteilseigner. Für 2019 kündigte Telekom-Chef Tim Höttges eine Dividende von 60 Cent je Aktie an. Das sind zehn Cent weniger als für das Jahr zuvor. Analysten hatten mit 72 Cent je Anteilsschein gerechnet. Kleiner Trost: Die Gewinnbeteiligung soll aber unabhängig davon gezahlt werden, ob der geplante Milliarden-Deal der US-Mobilfunktochter T-Mobile über die Bühne geht oder nicht.

Mindestdividende auf 60 Cent angehoben

60 Cent je Aktie - das soll künftig auch die Mindestdividende sein, die die Telekom zahlt. Bisher lag die Untergrenze bei 50 Cent. Damit will die Telekom die Unsicherheit um den geplanten Zusammenschluss der US-Tochter T-Mobile mit ihrem Rivalen Sprint beseitigen. Für diesen Fall sollte die Untergrenze gelten.

Geld hat die Telekom momentan genug. Im dritten Quartal kletterte das operative Ergebnis unter anderem dank des starken US-Geschäfts um 5,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Der Umsatz zog von Juli bis September um 4,8 Prozent an und übertraf damit erstmals die Marke von 20 Milliarden Euro.

"Unsere Gewinne stiegen in den ersten neun Monaten dieses Jahres in allen Bereichen des Konzerns - zum Teil mit zweistelligen Wachstumszahlen. Gleichzeitig investieren wir Rekordsummen", sagte Vorstandschef Tim Höttges.

Optimistischer Ausblick

Die Deutsche Telekom zeigte sich nach den guten ersten neun Monaten optimistischer und hob ihre Jahresprognose an. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda ohne Leasingkosten) solle nun 2019 bei 24,1 Milliarden Euro liegen. Bislang waren 23,9 Milliarden Euro angepeilt. Ende Oktober hatte bereits die Tochter T-Mobile US seine Prognose hochgeschraubt. Sowohl bei der Neukundenanzahl als auch beim bereinigten operativen Ergebnis wurden die Werte angehoben.

Die Prognoseanhebung kann der T-Aktie nicht helfen. Die gesenkte Dividende verstimmt die Anleger. Die T-Aktie fällt vorbörslich um rund zwei Prozent. Seit Jahresbeginn ist der Kurs der Telekom um sechs Prozent zugelegt. Zeitweise kletterte das Papier im Oktober auf über 16 Euro. Dieser Moment währte jedoch nur kurz.

Freigabe für US-Fusion 2020?

Wichtigstes Projekt für die Telekom ist die Megafusion in den USA zwischen T-Mobile US und Sprint. Der Konzern setzt auf eine Freigabe im kommenden Jahr. Vor einem Bundesgericht in den USA haben mehrere Bundesstaaten gegen die Pläne geklagt. Sie befürchten, dass ein Zusammenschluss der Nummer drei und vier des US-Mobilfunkmarktes die Preise in die Höhe treiben würde.

Mit dem Großprojekt erhofft sich die Telekom jährlich über sechs Milliarden Dollar an Einsparungen. Geld, das der Konzern durchaus gebrauchen kann. In Deutschland etwa belasten hohe Ausgaben für die 5G-Mobilfunklizenzen von 2,2 Milliarden Euro die Kasse. Hier hatten sich die Mobilfunkbetreiber mit dem Bund auf eine Ratenzahlung bis 2030 geeinigt. Dazu soll auch im Rest Europas sowie in den USA die Netzinfrastruktur weiter verbessert werden. Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr kalkuliert die Telekom mit Investitionsausgaben von rund 12,7 Milliarden Euro. 2018 waren es noch 12,5 Milliarden.

In Deutschland will die Telekom beim Streaming neue Kunden anlocken. Die Zahl der Kunden auf der TV-Plattform MagentaTV soll von derzeit 3,5 Millionen auf fünf Millionen in den nächsten zwei bis drei Jahren steigen. Das ist eine Kampfansage an Netflix und Amazon.

nb