Prognose angehoben Telekom: Gut, dass es das US-Geschäft gibt

Stand: 09.05.2018, 16:03 Uhr

Der zu Jahresbeginn schwache Dollar-Kurs hat der Deutschen Telekom im ersten Quartal zu schaffen gemacht. Wie gut, dass das US-Geschäft brummt.

Wegen des zu Jahresbeginn schwachen Dollar-Kurses musste die Deutschen Telekom im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von fast vier Prozent auf 17,9 Milliarden Euro verbuchen. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Konsolidierungen sei hingegen ein Umsatzplus von 3,1 Prozent erzielt worden. Die Telekom ist von Wechselkurseffekten aufgrund ihrer US-Tochter T-Mobile US, die sich gerade mitten in der milliardenschweren Übernahme des kleineren Rivalen Sprint befindet, besonders betroffen.

Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) blieb trotz eines Einbruchs in der schwächelnden Großkundensparte T-Systems stabil bei 5,55 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente die Telekom mit knapp einer Milliarde Euro ein Drittel mehr als vor einem Jahr, weil das Finanzergebnis deutlich besser ausfiel als ein Jahr zuvor. "Wir bleiben auch 2018 in der Erfolgsspur", sagte Telekom-Chef Tim Höttges und hob wegen guter Geschäfte in den Vereinigten Staaten die Gewinnerwartungen leicht an.

Problemkind T-Systems

Weil T-Mobile US an sich weiter brummt und die eigene Ergebnisprognose erhöht hatte, rechnet das Management um Vorstandschef Tim Höttges jetzt ebenfalls mit einem leicht höheren operativen Ergebnis von 23,3 Milliarden Euro statt bisher 23,2 Milliarden Euro - wenn der Wechselkurs ausgeklammert bleibt. Im Vorjahr war die Telekom auf 22,45 Milliarden Euro gekommen. Die Bonner halten rund 63 Prozent an T-Mobile US.

Problemkind für die Telekom bleibt die schwächelnde Großkundensparte T-Systems. Das bereinigte Betriebsergebnis fiel wegen höherer Investitionen um fast 41 Prozent auf nur noch 57 Millionen Euro. Der Auftragseingang kletterte hingegen um 18,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Der neue Spartenchef Adel Al-Saleh will T-Systems "bis 2020 als Ganzes profitabel" machen.

Aktie dreht ins Minus

Die Quartalszahlen lagen im Rahmen der Analystenerwartungen. In einer vom Unternehmen selbst in Auftrag gegebenen Umfrage hatten die Experten im Schnitt einen Umsatz von fast 18 Milliarden Euro und ein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda) von 5,51 Milliarden Euro prognostiziert.

An der Börse kamen die Zahlen zunächst gut an. Die T-Aktie drehte allerdings im Verlauf ins Minus und wurde ans Dax-Ende durchgereicht. Das dürfte auch an der geplanten Milliardenübernahme von Unitymedia durch den großen Telekom-Widersacher Vodafone liegen. Telekom-Chef Tim Höttges warnte denn auch gleich vor weniger Wettbewerb im Breitbandmarkt. Er sprach von einer "Remonopolisierung des Kabelmarkts" in Deutschland. "Hier entsteht ein Wettbewerber zur Telekom, so ein Gigant, der mit konvergenter Netztechnologie prahlt", sagte Höttges mit Blick auf das Bündelangebot aus Breitband-Internet, Telefon und Fernsehen, das Vodafone mit dem Zukauf dann flächendeckend in ganz Deutschland anbieten will.

lg/rtr/dpa/la