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Mehr Dividende T-Mobile bleibt Motor der Telekom

Stand: 21.02.2019, 11:08 Uhr

Im vergangenen Jahr übertraf die Telekom dank der US-Tochter die mehrfach angehobenen selbstgesteckten Ziele. Beim Ergebnis und beim Gewinn musste der Konzern allerdings Rückschläge hinnehmen. Die Investoren sind nicht überzeugt.

Vor allem die Mobilfunktochter T-Mobile US erwies sich wieder einmal als Zugpferd. Dank glänzender Geschäfte der US-Amerikaner, die im vierten Quartal einen Rekordumsatz erwirtschafteten, stiegen die Erlöse der Bonner 2018 organisch um 3,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Auf dem Heimatmarkt musste die Telekom ein Umsatzminus verdauen. Noch ist indes nicht völlig klar, wie es mit der Fusion von T-Mobile US und Sprint weitergeht.  

Bei der 26 Milliarden Dollar schweren Fusion der Nummer drei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt geben sich alle Beteiligten weiterhin optimistisch. T-Mobile-US-Chef John Legere rechnet weiterhin damit, den Zusammenschluss noch in der ersten Jahreshälfte über die Bühne zu bringen. Er wirbt mit einer Joboffensive um das grüne Licht der US-Behörden.

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Mehr Ergebnis, mehr Dividende

Konzernweit kletterte das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis 2018 im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 23,3 Milliarden Euro. Die US-Mobilfunksparte trägt mittlerweile mehr als 40 Prozent zum operativen Ergebnis bei und war maßgeblich für den Anstieg verantwortlich. Der berichtete Überschuss sank um über ein Drittel auf 2,2 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte die US-Steuerreform dem Unternehmen einen Gewinn von mehr als sechs Milliarden Euro bescherte.

Von dem Ergebnisplus sollen die Aktionäre - und damit auch der Bund profitieren, der mit rund 32 Prozent größter Aktionär des früheren Staatsunternehmens ist. Die Dividende wird das vierte Mal in Folge angehoben und soll nun für 2018 bei 70 Cent nach zuletzt 65 Cent je Aktie liegen.

Timotheus Hoettges, Deutsche Telekom

Timotheus Hoettges. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Was wird aus dem Netzausbau?

2019 werden die Telekom drei Themen auf Trab halten: Das Sorgenkind T-Systems, die Fusion der US-Mobilfunktochter T-Mobile US mit dem kleineren Rivalen Sprint sowie die in einem Monat startende Auktion neuer Mobilfunklizenzen in Deutschland.

Bei der Großkundensparte T-Systems nahm die Neuaufstellung, die mit einem massiven Stellenabbau einhergeht, zuletzt Fahrt auf. Der Auftragseingang lag fast 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Spartenchef Adel Al-Saleh will das IT-Geschäft bis 2020 mit Cloud-Angeboten und Sicherheitslösungen wieder profitabel zu machen.

T-Systems-Chef Adel B. Al-Saleh

T-Systems-Chef Adel B. Al-Saleh. | Bildquelle: Deutsche Telekom

Auch das Megaprojekt Netzausbau in Deutschland bleibt akut: Inzwischen liegt die Zahl der Glasfaserkunden bei 12,2 Millionen und damit 27 Prozent über dem Vorjahreswert. Ein flächendeckendes Glasfasernetz wird auch für den neuen Mobilfunkstandard 5G benötigt, der als Voraussetzung für das autonome Fahren und das "Internet der Dinge" gilt. Die Versteigerung der Lizenzen ist für die zweite Märzhälfte geplant.

Die Aktie büßt knapp ein Prozent ein. Der Ausblick auf 2019 sei sehr konservativ, schrieb der Experte Wilton Fry vom Analysehaus RBC. Der angepeilte Anstieg des operativen Ergebnisses war etwas hinter den Markterwartungen zurückgeblieben. 

ts/dpa/rtr