Timotheus Hoettges, Deutsche Telekom
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Kapitalmarkttag Telekom will T-Systems auf Trab bringen

Stand: 24.05.2018, 09:45 Uhr

Auf dem heutigen Kapitalmarkttag verkündet die Deutsche Telekom Neuigkeiten zur Dividende. Auch für T-Systems hat das Management einen Plan, um die zuletzt strauchelnde Tochter wieder wachsen zu lassen. Trotzdem reagieren die Anleger enttäuscht.

Die Deutsche Telekom  will in den kommenden Jahren ihr Wachstumstempo halten. Bis zum Jahr 2021 solle der Umsatz im Schnitt pro Jahr um ein bis zwei Prozent zulegen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte im gleichen Zeitraum um zwei bis vier Prozent pro Jahr steigen, der freie Barmittelfluss (Free Cashflow) um zehn Prozent. Damit bestätigt der Dax-Konzern die bisherigen mittelfristigen Ziele.   

Die Zukunft von T-Systems

Ab 2019 sollen alle Konzerneinheiten zum Wachstum beitragen, auch die Tochter T-Systems soll wieder auf Kurs kommen. Hier setzt die Telekom auf Themen wie Internet der Dinge, Cloud sowie Sicherheitslösungen. Für diese Bereiche erwartet T-Systems bis 2021 deutliches Wachstum, lässt das Management mitteilen. Damit solle das stagnierende oder leicht rückläufige klassische Telekommunikations- und IT-Geschäft von T-Systems überkompensiert werden und die Einheit wieder auf Wachstumskurs kommen.

»Wir werden auch in den kommenden Jahren das in unserer Branche einzigartige Wachstumsprofil zeigen. Alle Einheiten des Konzerns sollen dabei zum Wachstum beitragen. Wir sind ein deutsches Unternehmen. Wir sind die führende Telko in Europa und wir haben eine starke Position auf beiden Seiten des Atlantiks.«

Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom

Dividende, frisch berechnet

Neuigkeiten gibt es bezüglich der Dividende. Sie wird künftig an die Entwicklung des Gewinns je Aktie (EPS) gekoppelt. Die Untergrenze für die Gewinnausschüttung liegt weiterhin bei 50 Cent je Aktie. Beim EPS peilt der Konzern 1,20 Euro an im Jahr 2021. Im laufenden Geschäftsjahr soll die Dividende auf 70 Cent je Aktie klettern. Zuletzt waren 65 Cent je Papier ausgeschüttet worden. Der angekündigte Zusammenschluss der Tochter T-Mobile US mit dem Wettbewerber Sprint ist in den Planungen nicht berücksichtigt.

Ein Händler bezeichnete derweil die Dividendenpläne als vorsichtig. Hier hätten sich einige Anleger etwas mehr erhofft, sagte ein anderer Börsianer. Das könnte ein Grund für die heutigen Kursverluste sein. Mit einem Abschlag von mehr als einem Prozent gehört die Telekom in einem neutralen Marktumfeld zu den größten Verlierern.

ts