Telekom-Zentrale in Bonn

Bessere Infrastruktur für Elektromobilität Telekoms neue Stromtanke

Stand: 05.11.2018, 14:08 Uhr

Die Telekom beginnt mit dem Aufbau eines öffentlichen Ladenetzes für Elektroautos. Eine wichtige Rolle werden dabei die grauen Stromverteilerkästen spielen. Aber auch neue Schnell-Ladestationen sollen aufgestellt werden.

Verteilerkästen der Deutschen Telekom spielen künftig auch eine Rolle beim Ausbau der Elektromobilität in Deutschland. Der Bonner Konzern nahm am Montag in Bonn und Darmstadt erste öffentliche Stromtankstellen in Betrieb, bei denen die Verteilerkästen fürs Internet und für Telefonate als Zwischenstation genutzt werden. Diese Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur erspare zusätzliche Aufbauten im Stadtbild, erklärte die Telekom. Die Ladesäulen selbst können bis zu zehn Meter vom Verteilerkasten entfernt sein.

Allerdings sollte man Zeit mitbringen: In einer Stunde gibt es den Angaben zufolge Strom nur für eine Reichweite von 50 bis 75 Kilometer, je nach Fahrzeugtyp. Ganz billig ist die Sache nicht: Eine Ladesession - egal wie leer die Batterie ist - kostet 7,89 Euro.

Mehr Stromtankstellen werden gebraucht

Zusätzlich zu den grauen Kästen setzt die Telekom auf Schnell-Ladestationen, die neu gebaut werden. Vor ihrer Bonner Zentrale nahm die Firma am Montag nicht nur eine Verteilerkasten-Stromstation in Betrieb, sondern auch einen Schnell-Lader. Binnen drei Monaten sollen 100 solcher Stationen ans Netz gehen, in drei Jahren sollen es 500 sein. In zehn Minuten werden die Batterien den Angaben zufolge so aufgeladen, dass das E-Fahrzeug etwa 100 Kilometer weit kommt. Kosten: 14,49 Euro pro Ladesession.

Eine ausgebaute Ladeinfrastruktur gilt als Schlüssel für den Erfolg der Elektromobilität. Die Zahl der Stromtankstellen müsste dafür nach Berechnungen von Forschern mehr als drei Mal so groß sein, wie sie es derzeit ist: 35.000 öffentliche und sogenannte halböffentliche Ladepunkte, etwa beim Einkaufen, werden demnach gebraucht. Zusätzlich werden bis zu 4.000 Schnellladesäulen für den Alltagsverkehr empfohlen - davon gibt es derzeit nur einige hundert.

ts/dpa/rtr