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Starkes Weihnachtsquartal rettet die Jahresbilanz O2-Konzern wächst besonders mit Smartphones

Stand: 20.02.2019, 08:06 Uhr

Der Mobilfunker Telefonica Deutschland (O2) hat dank eines starken Schlussspurts im Weihnachtsquartal das Jahr 2018 doch noch mit einem Umsatzplus beendet. Für den entscheidenden Schub sorgten die Smartphone-Verkäufe.

Im vierten Quartal lief es unerwartet rund für den O2-Konzern, der mit 49 Millionen Kunden die meisten Mobilfunk- und Festnetzkunden in Deutschland zählt. Der Umsatz kletterte um 3,2 Prozent auf 1,97 Milliarden Euro. Das war das beste Weihnachtsquartal von den Erlösen her seit 2015. Wachtstumstreiber war der Verkauf von Smartphones. Das Geschäft mit Mobilfunkdienstleistungen stagnierte dagegen.

Einsparungen treiben Ergebnis

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und neuen Regulierungseinschnitten zog überraschend stark um 3,6 Prozent auf 517 Millionen Euro an. Maßgeblich dazu trugen Einsparungen im Zusammenhang mit der E-Plus-Übernahme bei. Telefonica Deutschland hatte 2014 die Düsseldorfer E-Plus für 8,6 Milliarden Euro übernommen und die Integration des Netzes vergangenes Jahr abgeschlossen.

Auf Jahressicht schaffte der Mobilfunknetzbetreiber gar ein Rekordergebnis. Das bereinigte Betriebsergebnis (Oibda) stieg 2018 um 5,3 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro – so viel wie nie. Unterm Strich gab es aber erneut rote Zahlen wegen höherer Abschreibungen. Der Verlust verringerte sich von 381 Millionen aufd 230 Millionen Euro.

Ein Cent mehr Dividende

Dennoch will der O2-Konzern die Dividende um einen Cent auf 27 Cent je Aktie anheben. Davon profitiert vor allem die spanische Mutter Telefonica, die gut 69 Prozent der Aktien hält und damit eine Ausschüttung von rund 556 Millionen Euro einstreicht. Insgesamt überweist Telefonica Deutschland rund 96 Prozent des freien Geldzuflusses aus dem operativen Geschäft an die Aktionäre. Die Quote soll auch künftig hoch bleiben.

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2019 will Telefonica ohne Regulierungseffekte den Umsatz in etwa auf Vorjahreshöhe halten. Das operative Ergebnis soll stabil bis leicht höher ausfallen, kündigte das MDax-Unternehmen an.

Milliarden-Investitionen für 5G

Im Jahr der geplanten Auktion erster Frequenzen für den neuen schnellen Mobilfunkstandard 5G will O2 rund 10 000 weitere LTE-Standorte aufbauen und damit das Netz verbessern. Insgesamt sollen 13 bis 14 Prozent des Umsatzes für Sachinvestitionen ausgegeben werden. Mittelfristig will Telefonica im Schnitt eine Milliarde Euro pro Jahr investieren. Zuletzt sorgte das Unternehmen mit einem Eilantrag gegen das Auktionsverfahren zur Versteigerung der neuen Mobilfunklizenzen für Schlagzeilen

Trotz der unerwartet guten Zahlen und des soliden Ausblicks werfen die Anleger die Aktien von Telefonica Deutschland am Mittwochmorgen aus ihren Depots. Die Titel büßen knapp drei Prozent ein und sind Schlusslicht im MDax. Auf Einjahres-Sicht haben sie gut 25 Prozent verloren.

nb