TeamViewer-Zentrale in Göppingen
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Börsengang für den 25. September geplant Teamviewer: Milliardenschwerer Softwareanbieter aus Schwaben

Stand: 12.09.2019, 10:32 Uhr

Der schwäbische Softwarehersteller Teamviewer steht in den Startlöchern für einen der größten Börsengänge der vergangenen Jahre in Deutschland. Großaktionär Permira kann sich auf einen Milliardenerlös freuen.

Der Gang auf das Parkett der Frankfurter Börse soll je nach Nachfrage zwischen 1,41 und 2,31 Milliarden Euro einbringen, teilte das im schwäbischen Göppingen ansässige Unternehmen Teamviewer mit. Die Erlöse gehen an den Finanzinvestor Permira, der dabei Kasse macht. Er hatte 2014 für das gesamte Unternehmen 870 Millionen Euro gezahlt.

Angeboten werden ab Donnerstag bis zum 24. September bis zu 84 Millionen Aktien zu einem Preis von je 23,50 bis 27,50 Euro, das Börsendebüt ist für den 25. September geplant. Je nachdem wie viele Aktien zu welchem Preis letztendlich platziert werden, wird Teamviewer beim Börsengang mit 4,7 bis 5,5 Milliarden Euro bewertet. Der Streubesitzanteil läge dann zwischen 30 und 42 Prozent.

Bruttomarge von 52 Prozent

Teamviewer hat eine Software entwickelt, die es ermöglicht über das Internet Computer zu warten und zu steuern. Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen mit 800 Mitarbeitern abgerechnete Umsätze von 310 bis 320 Millionen Euro, das wäre gut ein Drittel mehr als 2018.

Im ersten Halbjahr erzielte das Unternehmen eine Bruttomarge (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von sagenhaften 52 Prozent. Glaubt man den Ausführungen von Unternehmenschef Oliver Steil und Finanzchef Stefan Gaiser, generiert Teamviewer daraus einen ausreichenden Cashflow, um Investitionen in Produktentwicklung und globale Expansion zu finanzieren.

Riesiges Wachstumspotenzial

Mittelfristig solle das hohe Wachstumstempo anhalten, erklärte Teamviewer im Börsenprospekt. Im vergangenen Jahr hatte die Firma die Nutzung der Software erfolgreich auf ein Abonnement-Modell umgestellt und zielt stärker auf Großunternehmen als Kunden ab. Derzeit hat Teamviewer, dessen Software für Privatkunden in der Basisversion umsonst ist, 360.000 Abonnenten. Die Software des Unternehmens läuft auf 340 Millionen Geräten weltweit.

Die zunehmende Bedeutung von Cloud Computing, dem Internet of things sowie der allgemeinen Vernetzung von Geräten sollen den Zielmarkt der Göppinger jährlich um 24 Prozent wachsen lassen. 2023 wird ein weltweites Marktvolumen von gut 30 Milliarden Euro erwartet.

Die Teamviewer-Konkurrenten aus den USA, Zoom Video, Okta und Slack, sind bereits börsennotiert. In Frankfurt wäre Teamviewer erst der dritte Börsengang in diesem Jahr. Die Volkswagen-Lkw-Tochter Traton hatte vor der Sommerpause mit Mühe gut 1,5 Milliarden Euro erlöst, weit weniger als erhofft. Organisiert wird der Börsengang von Teamviewer federführend von den US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley.

lg