TeamViewer-Zentrale in Göppingen

Finanzinvestor nutzt Kursanstieg Teamviewer: Kasse machen mit Corona

Stand: 04.03.2020, 08:30 Uhr

Ein Kurssprung von 25 Prozent - und das mitten in der Krise um die Ausbreitung des Corona-Virus'? Das Kunststück hat der Titel des schwäbischen Software-Spezialisten in den vergangenen Tagen geschafft. Grund genug für den Großinvestor, einen Teil seines Investments zu versilbern.

Der Finanzinvestor Permira hat sich den Kurssprung bei Teamviewer in der Corona-Krise zunutze gemacht und über Nacht Aktien für gut 700 Millionen Euro verkauft. 22 Millionen Papiere von Teamviewer seien zu je 32 Euro bei institutionellen Investoren platziert worden, teilte die Beteiligungsgesellschaft mit. Der Platzierungspreis für die Aktien lag gut acht Prozent unter dem Schlusskurs vom Dienstag.

Permira noch bei mehr als 50 Prozent

Der Anteil Permiras am Softwareunternehmen aus Göppingen sinkt damit um elf Prozentpunkte auf 51,5 Prozent. Teamviewer hatte als eines von wenigen börsennotierten Unternehmen während der Talfahrt an den Aktienmärkten zugelegt. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie schnellte seit Ende Februar um gut ein Viertel nach oben.

Aus gutem Grund: Mit der Software von Teamviewer lassen sich Computer vernetzen, etwa für Online-Konferenzen, mit denen viele Konzerne derzeit aus Angst vor Ansteckung der Mitarbeiter Dienstreisen ersetzen.

Einsatz vervierfacht

Der Hersteller von Fernwartungssoftware wurde erst im September 2019 von Permira an die Börse gebracht. Beim größten Tech-Börsengang seit dem Platzen der Dot-Com-Blase hatte Permira rund 2,2 Milliarden Euro eingenommen. Der Finanzinvestor hatte das Unternehmen 2014 für 870 Millionen Euro gekauft.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte bereits am Dienstagabend über die anstehende Transaktion berichtet. Nach Informationen von Bloomberg sei die Nachfrage sehr hoch gewesen. Die zuletzt gut gelaufene Aktie rutschte im nachbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um rund fünf Prozent auf 33,10 Euro ab. Am Mittwochmorgen dürfte die Aktie bei rund 34 Euro in den Handel starten.

AB