Talanx-Konzernzentrale in Hannover

Trotz Gewinnrückgangs zu Jahresbeginn Talanx lässt sich nicht erschüttern

Stand: 11.05.2018, 09:04 Uhr

Das Sturmtief "Friederike" und die US-Steuerreform haben dem Versicherungskonzern Talanx im ersten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt. An seiner Jahresprognose hält der Konzern trotzdem fest.

Unter dem Strich verdiente Deutschlands drittgrößter Versicherer mit den Marken wie HDI und Neue Leben 218 Millionen Euro und damit gut acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der Mehrheitseigner des Rückversicherers Hannover Rück am Morgen mitteilte. Allein die Verwüstungen durch das Sturmtief "Friederike" schlugen konzernweit mit 59 Millionen Euro zu Buche. Hinzu kamen Belastungen in der deutschen Feuer-Industrieversicherung. Die Combined Ratio verschlechterte sich leicht auf 97,0 Prozent, nach 96,3 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Dabei stiegen die Prämieneinnahmen im ersten Quartal um 8,3 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 227 Millionen Euro und Prämieneinnahmen von zehn Milliarden Euro gerechnet.

890 Millionen Euro Gewinn angepeilt

Der neue Vorstandschef Torsten Leue, der die Konzernführung vergangenen Dienstag von Herbert Haas übernommen hat, sieht Talanx dennoch auf Kurs, in diesem Jahr wie geplant einen Nettogewinn von rund 850 Millionen Euro zu erreichen. Analysten gingen zuletzt bereits von 890 Millionen Euro aus. Im vergangenen Jahr war das Ergebnis nach einer Hurrikan-Serie um ein Viertel auf 672 Millionen Euro eingebrochen.

Talanx jetzt für das Geschäftsjahr 2018 einen Anstieg der Bruttoprämien - auf Basis konstanter Wechselkurse - von mehr als fünf Prozent. Bislang hatte der Versicherer mit einem Anstieg um mehr als zwei Prozent gerechnet. Im ersten Quartal wuchsen die Prämien währungsbereinigt um 14,1 Prozent.

Bündelung im Spezialversicherungsgeschäft

Die Talanx-Töchter Hannover Rück und HDI bündeln im Spezialversicherungsgeschäft ihre Kräfte und gründen dazu ein Gemeinschaftsunternehmen unter dem Namen HDI Global Specialty. Das Gemeinschaftsunternehmen umfasst die Vermögensschadenhaftpflicht, Organhaftpflicht, Rechtsschutz, Sport- und Unterhaltung sowie Luftfahrt.

Auch das Geschäft mit Bohrinseln und der Tierversicherung fällt in dieses Feld. Das neue Gemeinschaftsunternehmen soll auf jährliche Bruttoprämien von mehr als einer Milliarde Euro kommen. "Der Schritt stärkt unsere Wurzeln als Industrieversicherer", sagte Talanx-Chef Leue.

Die Anleger reagieren zuerst gelassen, dann jedoch verärgert. Hatte sich die im MDax notierte Aktie im vorbörslichen Handel kaum bewegt, dreht sie im nach Handelsbeginn über zwei Prozent ins Minus und rutscht ans Indexende.

lg