Hand mit qualmender Zigarette
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Menthol unter Verdacht Tabak-Aktien gehen in Rauch auf

Stand: 12.11.2018, 15:09 Uhr

Massive Verluste verbuchen am Montag die Milliarden-Konzerne aus der Tabakbranche. Grund der Anleger-Flucht ist ein Medienbericht, der die Unternehmen einen Gutteil ihrer Erträge kosten könnte.

Laut dem gewöhnlich gut informierten "Wall Street Journal" will die US-Gesundheitsbehörde FDA Menthol-Zigaretten verbieten. Von diesen gehe ein noch größeres Gesundheitsrisiko aus als von gewöhnlichen Glimmstengeln. Der Grund sind nicht besondere Inhaltsstoffe, sondern die Erkenntnis der Behörde, dass die Abgewöhnung von Menthol-Produkten noch schwieriger sei als von der unparfümierten Konkurrenz.

Auch E-Zigaretten auf dem Kieker

Außerdem hatte die Am Freitag hatte die FDA das Aus für den Verkauf von bestimmten Flüssigkeiten für E-Zigaretten angekündigt. Diejenigen mit Frucht- oder Süßigkeiten-Aromen dürfen künftig nicht mehr in Supermärkten und Tankstellen verkauft werden. Zudem sollen die Alterskontrollen beim Online-Kauf verschärft werden. Damit will die Behörde den Boom von E-Zigaretten bei Teenagern eindämmen.

Die Nachrichten treffen die Hersteller der Zigaretten ins Mark, allerdings mit unterschiedlicher Schärfe. Die Aktien des "Lucky Strike"-Anbieters British American Tobacco (BAT) fallen am Montag in London um bis zu elf Prozent auf ein Fünf-Jahres-Tief von 2.950 Pence und steuern auf den größten Tagesverlust seit 1999 zu. Die Analysten der Bank Morgan Stanley gehen davon aus, dass Menthol-Zigaretten ein Viertel des BAT-Gewinns liefern.

Unterschiedlich betroffen

Die Titel des "Gauloises"-Machers Imperial Brands rutschen zeitweise um fünf Prozent ab. Die Analysten der Barclays Bank taxieren den Beitrag dieser Produkte zum operativen Ergebnis von Imperial Brands auf elf Prozent. Nicht ganz so schlimm erwischt es im Papiere der Rivalen Philip Morris und Altria. Diese geben vorbörslich bis zu 2,4 Prozent nach. Hier spielen Menthol-Zigaretten im Produktmix keine ganz so große Rolle.

In der EU gab es bereits 2016 ein Verbotsurteil für die Zigaretten-Variante, die als "Einsteiger"-Produkt gilt. Das Verbot für den Verkauf gilt seitdem, der Besitz der Kippen ist allerdings bis zum Ende einer "Ablauffrist" 2020 erlaubt.

AB