Sprint SoftBank und T-Mobile-Logos
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Aktienkurse springen an T-Mobile US und Sprint flirten wieder

Stand: 20.09.2017, 08:51 Uhr

Die Telekom-Tochter T-Mobile US nimmt offenbar einen neuen Anlauf zur Fusion mit dem US-Rivalen Sprint. Angestrebt werde ein Aktientausch, sagen Insider. Die Titel von T-Mobile US zogen daraufhin kräftig an.

An der Nasdaq sprangen die Aktien der US-Telekom-Tochter um fast sechs Prozent nach oben. Mit 65,42 Dollar notieren die Papiere nahe ihres Allzeithochs von 68,88 Dollar. Auf Ein-Jahres-Sicht haben die Aktien gut 45 Prozent gewonnen. In Euro ist der Kurs "nur" um 35 Prozent gestiegen.

Die Aktien von Sprint zogen an der New Yorker Börse ebenfalls deutlich an - um knapp sieben Prozent. In den letzten zwölf Monaten haben sie rund 30 Prozent an Wert gewonnen. Sprint gehört zur japanischen SoftBank.

Fusion über Aktientausch?

Wie der Sender CNBC und die Nachrichtenagentur Reuters berichteten, lotet T-Mobile US zum wiederholten Male eine Fusion mit dem US-Rivalen Sprint aus - über einen Aktientausch. Die Sprint-Mutter, die japanische SoftBank, habe angeboten, auf ihre Mehrheit an dem Unternehmen zu verzichten. Die Deutsche Telekom solle stattdessen die Kontrolle über das neue Unternehmen haben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. T-Mobile-Boss John Legere werde als Chef gehandelt.

Sprint und T-Mobile seien aber noch Wochen von einem Ergebnis entfernt. Es gebe derzeit jedoch keine Einigung über das Aktientauschverhältnis. Es sei noch nicht einmal der Buchprüfungsprozess begonnen worden. Die Telekom hält an ihrer US-Tochter T-Mobile US derzeit rund zwei Drittel der Anteile.

Beide Firmen hatten es schon mehrmals versucht

Es wäre nicht der erste Anlauf für einen Zusammenschluss der beiden Firmen. T-Mobile US hatte im Mai erklärt, durch einen Zusammenschluss könnten erhebliche Synergieeffekte entstehen. Ende Juni hatten aber Insider erklärt, die Bemühungen für eine solche Fusion lägen derzeit aber auf Eis. Bislang sind Fusionen in der umkämpften US-Branche oft an Kartellbedenken gescheitert. T-Mobile US ist die Nummer drei auf dem US-Telefonmarkt, Sprint die Nummer vier. T-Mobile hat mit einem Marktwert von aktuell rund 53 Milliarden Dollar den chronisch gewinnschwachen Rivalen mit 33 Milliarden Dollar deutlich überflügelt - vor Jahren sah das noch anders aus.

Auf dem US-Mobilfunkmarkt sortieren sich die Anbieter nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump derzeit neu, weil Trump einen industriefreundlicheren Parteikollegen an der Spitze der Telekom-Aufsicht FCC installiert hat. Mehrere Unternehmen haben Gespräche über die künftige Lage der Branche bestätigt - offen ist aber, wer konkret mit wem spricht. Mit im Bunde sind neben den Mobilfunkern auch Festnetz- und Kabelkonzerne.

nb