T-Mobile und Sprint-Logos in New York
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Unter Auflagen T-Mobile US und Sprint dürfen fusionieren

Stand: 26.07.2019, 18:29 Uhr

Was lange währt. Die US-Telekomtochter T-Mobile US und Sprint haben vom US-Justizministerium grünes Licht für ihre Fusion bekommen. Allerdings müssen sie umfangreiche Auflagen erfüllen.

Nach langem Ringen mit den US-Wettbewerbsbehörden haben beide Unternehmen vom US-Justizministerium am Abend nach Börsenschluss in Europa unter Auflagen die Erlaubnis zur Fusion ihrer Mobilfunkaktivitäten erhalten. Am Markt war schon seit einiger Zeit mit einer entsprechenden Entscheidung gerechnet worden.

Aktien von T-Mobile US legen an der Nasdaq derzeit über vier Prozent zu, Sprint-Aktien sogar über sechs Prozent an der NYSE. Die T-Aktie, die während der regulären Handelszeiten im Dax 1,28 Prozent auf 14,84 Euro zugelegt hatte, steigt im Späthandel der Frankfurter Börse auf 14,95 Euro.

T-Mobile US: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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70,64
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-0,76%
Sprint: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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5,26
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-0,98%
Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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15,28
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-0,47%

Trotz der nun erteilten Zustimmung des Justizministeriums bleibt Ungewissheit - eine Gruppe von US-Bundesstaaten will den Zusammenschluss wegen befürchteter Nachteile für Verbraucher und Mitarbeiter gerichtlich untersagen lassen.

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
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ARD-Börse: US-Ministerium genehmigt T-Mobile/Sprint-Fusion - Aktien legen kräftig zu

Die Zustimmung des Justizministeriums ist aber ein womöglich entscheidender Etappensieg auf dem kartellrechtlich umstrittenen Weg der Fusion der beiden Unternehmen.

Umfangreiche Auflagen und ein neuer Wettbewerber

Um ihre über 26 Milliarden Dollar schwere Fusion bei den Kartellwächtern durchzubringen, sicherten T-Mobile und Sprint den Verkauf umfassender Geschäftsteile und Funkfrequenzen zu. So soll verhindert werden, dass der Wettbewerb auf dem von wenigen Anbietern dominierten US-Mobilfunkmarkt leidet.

Den Durchbruch in den seit über einem Jahr andauernden Verhandlungen mit den US-Behörden brachte das Versprechen, Sprints Prepaid-Marken wie Boost und Mobilfunkfrequenzen an den Satelliten-TV-Betreiber Dish zu veräußern. T-Mobile müssen Dish zudem über sieben Jahre Zugang zu ihrem Netz gewähren. Damit wird ein vierter Wettbewerber geschaffen, die Struktur des Mobilfunkmarktes bleibt damit unverändert.

Dish zahlt für das Paket laut US-Medien fünf Milliarden Dollar und soll damit hinter den Platzhirschen Verizon und AT&T sowie der aus der Fusion von T-Mobile und Sprint entstehenden Gesellschaft zur neuen vierten Kraft im US-Telefonmarkt aufgebaut werden. Ein weiterer Wettbewerber war für die Aufseher eine zwingende Bedingung. Der nun erzielte Kompromiss muss noch gerichtlich genehmigt werden.

Fusion per Aktientausch geplant

Der Ende April 2018 vereinbarte Mega-Deal galt kartellrechtlich von Anfang an als umstritten, die Unternehmen hatten ihre Fusionspläne zuvor schon zweimal wieder abgeblasen.

Laut früheren Unternehmensangaben ergibt sich bei gemeinsamen rund 127 Millionen Kunden ein kombinierter Jahresumsatz von über 70 Milliarden Dollar. T-Mobile ist der drittgrößte US-Mobilfunker und hatte zuletzt einen Börsenwert von rund 70 Milliarden Dollar. Sprint, die Nummer vier im Markt, bringt es auf knapp 32 Milliarden Dollar. Aufgrund der hohen Verschuldung beider Unternehmen liegt das Gesamtvolumen des Deals jedoch noch deutlich höher.

Der Zusammenschluss soll über einen Aktientausch ablaufen, die Telekom will mit 42 Prozent den größten Anteil am fusionierten Unternehmen übernehmen. Das Aktienpaket, das Sprint-Aktionäre im Tausch für ihre Anteile bekommen sollen, war bei Ankündigung der Fusion gut 26 Milliarden Dollar wert. Auch wenn die Telekom-Beteiligung deutlich unter der 50-Prozent-Schwelle bleibt, werden die Bonner mit 69 Prozent der Stimmrechte das Sagen haben.

rm/dpa/rtr