T-Mobile-Laden in New York

Wachstum fortgesetzt T-Mobile US mit immer mehr Kunden

Stand: 31.10.2018, 07:22 Uhr

Die US-Tochter des Bonner Telekom-Konzerns hat ihren Wachstumskurs im Sommer fortgesetzt und viele neue Kunden hinzugewonnen. Fragt sich nur wie lange noch.

Im dritten Quartal kamen nach Abzug von Kündigungen 774.000 neue Telefonverträge unter eigener Marke hinzu, wie T-Mobile US am Abend nach US-Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahreszeitraum waren es lediglich 595.000. Damit wurden die Erwartungen der Wall-Street-Analysten klar übertroffen.

Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um acht Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar. Der Überschuss sprang sogar um 45 Prozent auf 795 Millionen Dollar. Das Management führte dies unter anderem auf eine Umstellung der Rechnungslegung zurück. Die Ergebnisse lagen deutlich über den Prognosen der Experten, der Aktienkurs drehte nachbörslich ins Plus und stieg in einer ersten Reaktion um fast drei Prozent.

Nummer drei in den USA

T-Mobile ist die Nummer drei im US-Mobilfunkmarkt, auf dem scharfe Konkurrenz und ein erbitterter Preiskampf herrschen. Das Unternehmen jagt den Platzhirschen AT&T und Verizon seit vielen Quartalen mit einer aggressiven Preispolitik und umfangreichen Marketingaktionen Kunden ab.

Beobachter fragen sich seit einiger Zeit, wie lange T-Mobile seine Expansionspolitik angesichts der Marktsättigung noch durchhalten kann. T-Mobile bemüht sich gerade um die 26 Milliarden Dollar schwere Übernahme des kleineren Konkurrenten Sprint, um damit den Druck auf die Branchenführer zu erhöhen. Es ist aber weiter offen, ob die Kartellwächter zustimmen. 2014 war die Fusion schon einmal an wettbewerbsrechtlichen Bedenken gescheitert.

Schleppende Prüfung

Tatsächlich gestaltet sich die Prüfung der Fusionspläne der Telekom-Tochter T-Mobile US und des Rivalen Sprint durch die amerikanischen Behörden schleppend. Die Telekommunikationsaufsicht FCC hatte Mitte September ihre Untersuchung unterbrochen. Grund waren angeblich neu eingereichte oder noch bevorstehende Eingaben der beiden Unternehmen.

Wie der derzeitige Stand der Dinge ist, bleibt zunächst unklar. Beobachter erhoffen sich Neuigkeiten dazu am achten November, wenn der Mutterkonzern Deutsche Telekom am 8. November Einblick ins abgelaufene Quartal gibt.

lg