Logo und T-Mobile-Schriftzug an einem Shop in Chicago, Illinois, USA
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Hauptaktionär sträubt sich T-Mobile US: Doch keine Hochzeit mit Sprint?

Stand: 01.11.2017, 08:51 Uhr

Es ist eine unendliche Geschichte, die geplante Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint. Doch offenbar haben die beiden Mobilfunkanbieter die Rechnung ohne den japanischen Großaktionär gemacht.

Wie die japanische Zeitung Nikkei berichtet, steht der Sprint-Großaktionär Softbank aus Tokio einer Fusion mit T-Mobile US skeptisch gegenüber. Softbank werde der Telekom daher schon bald einen Abbruch der Verhandlungen vorschlagen.

Shops von Sprint und T-Mobile in New York

Shops von Sprint und T-Mobile in New York. | Bildquelle: Imago

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet indes unter Berufung auf Insider, die Verhandlungen seien nicht geplatzt. T-Mobile US wolle die Gespräche vielmehr weiterführen. T-Mobile US und Sprint sind die Nummer drei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt und haben einen gemeinsamen Börsenwert von rund 80 Milliarden Dollar. Seit Monaten wird bereits über die Fusionspläne berichtet. Zuletzt schien das Vorhaben auf der Zielgeraden. Und nun das.

Softbank will Mehrheit behalten

Nikkei zufolge hat die Deutsche Telekom darauf bestanden, eine Mehrheit an dem fusionierten Unternehmen zu bekommen. Der Softbank-Verwaltungsrat habe aber am Freitag entschieden, die Kontrolle nicht abgeben zu wollen. Die Softbank-Führung will deshalb die Fusionspläne noch einmal überdenken. Auch wartet Softbank vor einer endgültigen Entscheidung noch auf eine Reaktion der Deutschen Telekom, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen am Mittwochmorgen berichtete.

In Medienberichten hatte es zuletzt geheißen, Softbank und die anderen Sprint-Anteilseigner würden wohl 40 Prozent an dem neuen Unternehmen halten, entschieden sei aber noch nichts. Ende September, als Insider über einem nahen Durchbruch berichteten, hatte T-Mobile US einen Börsenwert von 52 und Sprint von 32 Milliarden Dollar.

Aktien unter Druck

Aktien von T-Mobile US gaben in Folge des Nikkei-Berichts an den US-Börsen mehr als fünf Prozent nach, Sprint büßten sogar elf Prozent ein. Papiere der Deutschen Telekom verloren im späten Frankfurter Handel 1,3 Prozent. Analysten rechneten bei einem Zusammenschluss mit einem großen Sparpotenzial in Milliardenhöhe. Das würde im Fall eines Scheiterns der Pläne wegfallen.

Softbank, Sprint und T-Mobile waren für Stellungsnahmen zunächst nicht zu erreichen. Die Deutsche Telekom wollte sich nicht äußern. Schon 2014 hatte es einen Anlauf für eine solche Fusion gegeben. Dieser scheiterte aber an den Wettbewerbshütern.

lg