Corey Lewandowski

Wer Trump kennt, kann vielleicht weiterhelfen T-Mobile setzt auf Trumps Wahlkampfchef

Stand: 28.05.2018, 09:44 Uhr

Der frühere Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, Corey Lewandowski, berät den Mobilfunker T-Mobile US bei der geplanten Milliarden-Fusion mit dem Rivalen Sprint. Die ganze Sache sieht ein bisschen seltsam aus.

Die PR-Firma Turnberry Solutions, zu der Lewandowski gehöre, habe "Perspektiven" zu einer Auswahl an Themen angeboten - auch zu dem Deal mit Sprint, räumte T-Mobile ein. Die US-Tochter der Deutschen Telekom bestätigte damit einen Bericht des "Wall Street Journal". Dem Bericht zufolge ist die Verpflichtung Teil der Lobbying-Bemühungen, die US-Kartellwächter von dem Zusammenschluss mit Sprint zu überzeugen.

Das birgt aus mehreren Gründen Brisanz: Zum einen ist die geplante Fusion der beiden Unternehmen wettbewerbsrechtlich höchst umstritten und in der Vergangenheit schon einmal wegen Bedenken der US-Behörden gescheitert. T-Mobile ist die Nummer drei im US-Mobilfunkmarkt, Sprint die Nummer vier. Zum anderen hatten zuletzt bereits dubios anmutende Überweisungen von Großkonzernen an Trumps Anwalt Michael Cohen den Eindruck erweckt, im Umfeld des Präsidenten ließe man sich die Nähe zu diesem mitunter teuer bezahlen.

Einsichten in Denkweisen gesucht

Dieser Eindruck ist so entstanden: Cohen hatte offenbar mehrere hoch dotierte Beraterjobs angenommen, um Unternehmen über die Denkweise des Präsidenten zu informieren. In einer entsprechenden Liste findet sich etwa der Schweizer Pharmariese Novartis, der nach eigenen Angaben 1,2 Millionen Dollar an den Juristen zahlte.

Auch der amerikanische Telekomriese AT&T gab dem Anwalt einen mit monatlich 50.000 Dollar dotierten Jahresvertrag, insgesamt also 600.000 Dollar, wie die „Washington Post“ berichtete. AT&T versprach sich nach eigenen Angaben „Einsichten“ Cohens in die Regierungspolitik. Berichten zufolge beliefen sich die Zahlungen hier auf 600.000 Dollar. Der Kontrakt fiel in die Zeit der Übernahmebemühungen von Time Warner.

Donald Trump

Kontakte zum Dealmaker Donald Trump können nicht schaden, wenn man ihn verstehen möchte. | Bildquelle: dpa

Verspätete Eintragung

Aber das sind natürlich andere Geschichten. Lewandowski soll übrigens zuvor verneint haben, überhaupt etwas mit der Lobbying-Firma zu tun zu haben. Aus Dokumenten, die das "Wall Street Journal" nach eigenen Angaben einsehen konnte, soll aber hervorgehen, dass Trumps früherer Wahlkampfmanager einen Anteil der Gebühren kassiert, die T-Mobile Turnberry Solutions im Rahmen des Geschäftsverhältnisses bezahlt.

Zusätzlich heikel: Der Vertrag zwischen den Unternehmen soll im August begonnen haben, aber erst am 23. Januar ins Lobbyisten-Register eingetragen worden sein - das muss laut Gesetz eigentlich spätestens nach 45 Tagen geschehen.

rtr/dpa/ts