T-Mobile und Sprint-Läden in New York

Vor der Fusion mit Sprint T-Mobile US: Mehr Neukunden, höhere Prognose

Stand: 29.10.2019, 07:28 Uhr

Es läuft weiter rund bei der Telekom-Tochter in den USA. Der Konzern erfreut sich weiterhin großen Zuspruchs durch die Kundschaft. Und die Zuwächse bei Umsatz und Gewinn im abgelaufenen dritten Quartal stimmen auch.

Für die Deutsche Telekom ist T-Mobile US inzwischen die größte Sparte, was Erlöse und auch operative Erträge angeht. Entsprechend haben die Ergebnisse und Aussichten der US-Tochter auf das kommende Geschäft auch für die Bonner Konzernmutter von Bedeutung.

Kunden strömen weiter

Und die können sich sehen lassen. Vor der geplanten Fusion mit dem Rivalen Sprint wuchs die Zahl der Vertragskunden im dritten Quartal um 1,1 Millionen. Grund genug die Prognose für das Kundenwachstum im Gesamtjahr anzuheben. Jetzt peilt T-Mobile-Chef John Legere in diesem Jahr 4,1 bis 4,3 Millionen neue Kunden an, zuvor standen "bis zu vier Millionen" im Plan. Ein defensiver Ausblick hat bei dem Unternehmen allerdings Tradition.

Bei den Erlösen wuchs T-Mobile US gegenüber dem Vorjahresquartal zwar nur um zwei Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar, was weniger war als von Experten geschätzt. Das lag aber daran, dass T-Mobile weniger Endgeräte wie etwa Smartphones und Tablets verkaufte. An diesen verdient ein Mobilfunknetzbetreiber als Zwischenhändler ohnehin eher geringe Margen. Beim wichtigeren Umsatz mit Mobilfunkdienstleistungen steigerte man sich um sechs Prozent.

Auch Ergebnisprognose angehoben

Auch beim operativen Ergebnis war der Konzern besser als erwartet. Bereinigt um Sondereffekte sowie vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verdiente das Unternehmen mit 3,4 Milliarden Dollar rund fünf Prozent mehr. Grund genug für eine weitere Prognoseanhebung: Insgesamt werden nun 13,1 bis 13,3 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr angepeilt. Bisher lag das untere Ende der Spanne bei 12,9 Milliarden. Unter dem Strich verdiente T-Mobile US im dritten Quartal neun Prozent mehr: 870 Millionen Dollar blieben in der Kasse.

Gut möglich, dass nun die Konzernmutter mit eine eigenen Prognoseanhebung der Tochter folgt. Die T-Aktie könnte am Dienstag von der Aussicht profitieren.

Letzte Widerstände für die Fusion mit Sprint

Weiterhin wird der Zusammenschluss mit dem Rivalen Sprint verfolgt. Damit will T-Mobile US zu den beiden Mobilfunk-Platzhirschen Verizon und AT&T aufschließen. Die Kartellabteilung des US-Justizministeriums hatte den beiden Partnern eine Fusion unter Auflagen bereits erlaubt, auch die Telekom-Aufsicht FCC hat dem Vorhaben mittlerweile zugestimmt. Im Weg stehen nun noch einige US-Bundesstaaten, die gegen den Zusammenschluss klagen, weil sie Nachteile für Verbraucher und Arbeitnehmer befürchten.

AB