T-Mobile und Sprint-Logos in New York

US-Justizministerium offenbar dagegen Fusion von T-Mobile und Sprint wackelt

Stand: 17.04.2019, 08:53 Uhr

Mit US-Behörden hat die Telekom kein Glück. Auch im zweiten Anlauf droht die Fusion der Tochter T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint am Widerstand der Kartellwächter zu scheitern. Die Aktien von T-Mobile US und der Telekom fallen.

Noch vor zwei Wochen auf der Hauptversammlung hatte sich Telekom-Chef Tim Höttges zuversichtlich gezeigt, dass die Behörden bald dem milliardenschweren Deal zustimmen. Nach der Genehmigung von Sicherheitsbehörden hätten inzwischen auch 16 von 19 Bundesstaaten grünes Licht gegeben.

US-Justizministerium lehnt Fusion ab

Doch nun grätscht das US-Justizministerium dazwischen. Das "Wall Street Journal" schrieb am Dienstagabend unter Berufung auf Insider, dass die Wettbewerbshüter des US-Justizministeriums dem Fusionsvorhaben in der derzeit geplanten Form wohl nicht zustimmen dürften. Das Ministerium werde den Zusammenschluss in seiner gegenwärtigen Form ablehnen, teilte es angeblich den beiden Unternehmen mit.

T-Mobile-Chef John Legere hielt sich Insidern zufolge am Dienstag in Washington auf. Im Laufe der Woche seien auch Treffen mit der US-Telekom-Aufsicht geplant, die die Fusion ebenfalls prüft. Ein Regierungsvertreter sagte, es sei unklar, ob das Justizministerium den Deal zu Fall bringen wolle oder nur spezielle Zugeständnisse anstrebe. Verbraucherschützer und einige Abgeordnete haben die geplante Fusion kritisiert, weil sie Nachteile für Kunden befürchten.

T-Mobile-US-Aktien rauschen nach unten

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Die Aktien von Sprint und T-Mobile US gerieten nachbörslich unter Druck. Auch die Titel der Konzernmutter Telekom, die T-Aktien gehen am Mittwochmorgen um knapp ein Prozent in die Knie. Allerdings komme es wenig überraschend, dass die Fusion kartellrechtlich umstritten ist, sagten Börsianer. Fusionspläne waren schon in der Vergangenheit an den Wettbewerbshütern gescheitert. Der erste Versuch der T-Mobile US, mit Sprint zusammenzugehen, war 2014 von den Behörden abgelehnt worden.

Die Telekom will mit ihrer schnell wachsenden US-Mobilfunktochter T-Mobile US den Rivalen Sprint übernehmen und dafür in eigenen Aktien bezahlen. Der Deal ist gemessen an aktuellen Aktienkursen rund 30,2 Milliarden Dollar (26,8 Milliarden Euro) schwer. Mit der Übernahme will die Telekom vor allem Kosten sparen und den Mobilfunkplatzhirschen Verizon und AT&T auf die Pelle rücken. Telekom-Chef Höttges wirbt bei Aktionären für die Fusion, weil sie Milliarden-Synergien bringe. T-Mobile ist der drittgrößte, Sprint der viertgrößte US-Mobilfunker. Einige US-Abgeordnete sehen einen Zusammenschluss kritisch, die Vorstandschefs mussten bereits im Repräsentantenhaus Rede und Antwort stehen.

nb